"Es muss Wärme von uns ausgehen. Den Menschen muss es in unserer Nähe wohl sein, und sie müssen fühlen, dass der Grund dazu in unserer Verbindung mit Gott liegt." Pater Rupert Mayer

Ich bin der Weg

"Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin die gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich." Joh 14, 5/6 (aus dem Evangelium zur Pfarreineugründung)

Jeder Mensch kennt die Wahrheit und das Leben; aber den Weg findet nicht jeder. Daß Gott in gewisser Weise ewiges Leben und erkennbare Wahrheit ist, habe auch die Philosophen dieser Welt erkannt. Das Wort Gottes also, das beim Vater Wahrheit und Leben ist, ist für uns der Weg geworden, indem es das Menschsein annahm. Gehe durch den Menschen, und du wirst zu Gott gelangen. (Augustinus)

Quelle: Catena Aurea

"Aschermittwoch"

"Am Aschermittwoch ist alles vorbei, die Schwüre von Treue, sie brechen entzwei..."  Wer kennt ihn nicht, diesen Karnevalsong von Jupp Schmitz?!

Wenn Gott diese Zeilen am Beginn der Fastenzeit hört, wird er sicherlich zu uns Menschen sagen:

"Das stimmt nicht! Nichts ist vorbei, es geht weiter! Jetzt geht es in ganz besonderer Weise weiter!"

Und weiter:

"Die Treue, die ich dir/ euch geschworen habe, bleibt immer bestehen. Bei mir selbst habe ich euch zugeschworen: Ich bin (und bleibe) bei euch!"

So möchte ich uns zurufen und wünschen: "Ab Aschermittwoch lasst uns mit Gott weitermachen, lasst uns ihm neu die Treue schwören! Lasst uns gen Ostern aufbrechen!"

L. M. Kauder

Selig, ihr Armen

"Jesus richtete seine Augen auf seine Jünger und sagte: Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes." LK 6, 20

Nicht jeder, den die Armut drückt, ist selig, sondern wer Christi Gebot dem weltlichen Besitz vorzieht. Es gibt nicht wenige, die zwar an Besitz arm, aber voller Habgier sind. Solchen Leuten wird ihre Armut nicht zum Heil, sondern ihr Gier zur Verdammnis. Was man nur unfreiwillig trägt, wird nicht mit Seligkeit belohnt, weil jede Tugend mit dem freien Willen verbunden ist. Selig also der Arme, insofern er Christi Jünger ist; denn Christus hat für uns die Armut auf sich genommen. Der Herr selbst hat jedes Werk erfüllt, das zur Seligkeit führt, und damit allen, die darüber etwas wissen wollen, in seiner Person ein Beispiel gegeben. (Basilius der Große)

Quelle: Catena Aurea