"Es geht nicht um das, was wir tun, oder wie viel wir tun, sondern darum, wie viel Liebe wir in das Tun legen, in die Arbeit, die er uns anvertraut hat." Mutter Theresa

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Wir haben den Messias gefunden – das ist Christus

Lesungen zum 2. Sonntag im Jahreskreis: 1 Sam 3,3b-10.19;Ps 40,2 u. 4ab.7-8.9-10;1 Kor 6,13c-15a.17-20;Joh 1,35-42

„Andreas sagt zu ihm die unvergänglichen Worte ‚Wir haben den Messias gefunden – das ist Christus‘ Und Johannes fügt hinzu: ‚Er führt ihn – den Simon – zu Jesus‘. In dieser kleinen Szene drückt sich genau aus, was eigentlich mit dieser festa dell’impegno (Gelöbnis) heute gemeint ist. Zuerst müssen wir selbst sagen können: Ich habe den Messias gefunden – Christus. Können wir das sagen? Haben wir ihn wirklich gefunden? Andreas konnte ihn finden, weil er zuerst in die Schule des Täufers gegangen war, weil er dem Ruf der Buße gefolgt war. So begriff er die Worte: Siehe, das Lamm Gottes. So sah er und fand er. Dann geschieht das Zweite von selbst: Weitergehen, dem Bruder begegnen und ihn zu Jesus führen. So aber wächst Erkenntnis Gottes, so wächst der Friede."

Joseph Ratzinger JRGS 14/1

Taufe der Regebogen Gottes

Lesungen zum Fest der Taufe des Herrn: Jes 55,1-11;Jes 12,2.3 u. 4bcd.5-6;1 Joh 5,1-9;Mk 1,7-11

Taufe Jesu, Gemälde im Petersdom

"Denn durch die Taufe Jesu hat Jesus sich ja uns verbunden, sie ist gleichsam die Brücke, die er zwischen sich und uns gebaut hat, der Weg, auf dem er uns zugänglich wird.

So erinnert die Taufe Jesu vor allen Dingen an unsere eigene Taufe und fragt uns was in unserem Leben mit diesem herein treten Gottes in meine persönliche Existenz geworden ist fragt uns, was bedeutet denn eigentlich mein getauft sein für mich? ...

So ist die Taufe der Regenbogen Gottes über unserem Leben, die Verheißung seines großen Ja, die Tür der Hoffnung und zugleich die Weisung, die uns zeigt, wie man das macht, ein Mensch zu sein: in der Verbundenheit mit der eigenen Familie, mit der Kirche Gottes und so im lebendigen, persönlichen Mitgehen mit Jesus Christus und im Gehen auf seinen Wegen. Mit ihm gehen wir gut. Auf ihn schauend wissen wir, dass Gott größer ist als unser Herz. In solcher freudigen Gewissheit gehen wir getrost in das neue Jahr hinein."

Joseph Ratzinger (JRGS 14/1)

Was für ein Bild! Was für ein Jahr!

Liebe Schwestern und Brüder,

Was für ein Bild! Was für ein Jahr!

Seit Mitte März hat sich unser aller Leben völlig verändert. Niemand von uns hätte je gedacht, dass die unmittelbaren menschlichen Begegnungen zu einem kleinen Luxus werden könnten. Das Theater- oder Konzertbesuche nicht mehr möglich sind. Wer hätte das gedacht, dass wir Gottesdienste nur unter strengen Hygieneschutzauflagen feiern dürfen, dass Gemeindeveranstaltungen ganz abgesagt werden mussten. Ja, was für ein Jahr 2020! Aber gerade in solch einer Zeit großer Unsicherheit, in einer Zeit, in der es mehr Fragen als Antworten zu geben scheint, dort hinein feiern wir Weihnachten, als ein Fest der Hoffnung und der Freude über die Rettung des Menschen.

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„Da sagte Maria: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ (Lk 1, 38)

Lesungen zum 4. Advent   2 Sam 7,1-5.8b-12.14a.16;Ps 89,2-3.20a u. 4-5.27 u. 29;Röm 16,25-27;Lk 1,26-38

„Erst der Mensch, der ganz Ja zu Gott sagt, findet die Freiheit, die große schöpferische Weite der Freiheit des Guten. Er entdeckt, welche Mächte des Schöpfertums auf uns warten und sich uns eröffnen, je mehr wir ins Gute hineinwandern. Der Mensch, der zu Gott sich hinwendet, wird nicht kleiner, sondern er wird größer, weil der Mensch erst von Gott her und mit ihm zusammen groß ist, göttlich wird, er selber wird. Der Mensch, der sich Gott in die Hände gibt, wird nicht kalt und leer, sondern sein Herz macht vollends auf, er wird ein fühlender, weil ein reiner und darum ein gütiger und offener Mensch.

Je näher der Mensch bei Gott ist, desto näher ist ja bei den Menschen. Wir sehen es an Maria. Eben weil sie ganz bei Gott ist, darum ist sie so nah bei den Menschen. Darum kann sie die Mutter aller Tröstungen und aller Hilfen werden, zu der sich jeder in jeder Situation der Not und der eigenen Verfallenheit und Sünde hin trauen darf. Sie hat Verstehen für alles und hält für alles die Macht der schöpferischen Güte, der Freiheit des Gutseins bereit.“

Joseph Ratzinger (JRGS 14/2)

„Gaudete, Freuet euch, denn der Herr ist nahe!“

Predigt:  3. Adventssonntag, 12.12.2020, Gaudete (hier als pdf)

Jes 61,1-2a.10-11;Lk 1,46b-48.49-50.53-54;1 Thess 5,16-24;Joh 1,6-8.19-28

Liebe Schwestern und Brüder,

Gaudete, Freut euch! Klingt in diesen Tagen wie ein schlechter Witz oder etwa nicht?  Eigentlich spricht die Situation um uns herum eklatant dagegen und wirklich freuen mag sich in diesen Tagen kaum jemand so richtig.

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