"Man darf nicht einfach aufgeben, das Evangelium zu verkündigen." Benedikt XVI.

Der verlorene Mensch

"Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte: Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, läßt er dann nicht die neunundneunzig in der Steppe zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern, und wenn er nach Hause kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir; ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war." LK 15, 4-6
   
Denn er ließ die Chöre der Engel im Himmel zurück. Der Mensch aber hatte den Himmel damals verlassen, als er gesündigt hatte. Und um die vollkommene Anzahl der Schafe im Himmel wiederherzustellen, sucht er den verlorenen Menschen auf der Erde.
Und es ist zu bemerken, daß er nicht sagt: Freut euch mit dem gefundenen Schaf! sondern: Freut euch mit mir! Denn offenbar macht es ihn froh, wenn wir leben. Und wenn wir zum Himmel zurückgeführt werden, ist seine festliche Freude vollkommen. (Gregor der Große)

Verzicht

"Darum kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet." Lk 14, 33)

Es ist aber ein Unterschied zwischen "allem entsagen und "alles verlassen"; denn nur wenige Vollkommene haben die Kraft, alles zu verlassen, d. h. die Sorgen dieser Welt hinter sich zu lassen; aber es ist die Aufgabe aller Gläubigen, allem zu entsagen, d. h. die Güter dieser Welt so zu besitzen, daß sie dennoch durch sie nicht in der Welt festgehalten werden. (Beda)

Quelle: Catena aurea

Christus besucht dich

"Dann sagte er zu dem Gastgeber: Wenn du mittags oder abends ein Essen gibst, so lade nicht deine Freunde oder deine Brüder, deine Verwandten oder reiche Nachbarn ein; sonst laden auch sie dich ein, und damit ist dir wieder alles vergolten. Nein, wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein. Du wirst selig sein, denn sie können es dir nicht vergelten; es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten." LK 14, 12-14

Wir wollen also anderen nicht in dieser Hoffnung Gutes erweisen, daß sie es uns vergelten. Denn das ist kalte Berechnung. Daher wird eine solche Freundschaft nicht lange halten. Wenn du aber einen Armen einlädst, wirst du Gott als Schuldner haben, der dich nie vergißt. [...] Je geringer nämlich der Bruder ist, umso mehr kommt durch ihn Christus und besucht dich.  (Chrysostomus)

Quelle Catena Aurea

Die enge Tür

"Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen; denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen." (Lk 13, 24)

"Was aber hat das zu bedeuten, wenn der Herr an anderer Stelle sagt: Mein Joch ist süß, meine Bürde leicht (Mt 11,30)? Er widerspricht sich nicht; denn das eine Wort wird gesagt hinsichtlich der Natur der Prüfungen, das andere wird gesagt hinsichtlich der inneren Einstellung zu diesen Prüfungen, die vorübergehen. Es kommt nämlich vor, daß etwas für die Natur eine große Last ist, aber als leicht empfunden wird, wenn man es mit großer Liebe umfaßt. Ist der Weg des Heiles am Anfang auch eng, so führt er doch in die Weite hinaus. Der breite Weg dagegen führt ins Verderben."

(Chrysostomus)

Quelle: Catena Aurea

Urlaubszeit, Beine austrecken, Seele baumeln lassen und?

Und: Zeit Gott, zu suchen und zu finden.

Im Lärm und der Hektik des Alltags ist es oft schwer, Gott und sein Handeln zu entdecken, Gott der sich eher im „Säuseln“ offenbart (vgl. 1. Kön 19, 12). Urlaubszeit gibt Zeit in der Natur zu sein, die Schöpfung zu bestaunen und die Chance zu nutzen, den Ursprung aller Dinge aus den geschaffen Dingen zu erkennen (vgl. DV 6).

Vielleicht können wir dann mit in den Lobgesang der drei Jünglinge einstimmen: 

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