"Wer glaubt, ist nie allein – im Leben nicht und auch im Sterben nicht." Benedikt XVI.

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Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege - Spruch des HERRN

Lesungen: Jes 55,6-9;Ps 145,2-3.8-9.17-18;Phil 1,20ad-24.27a;Mt 20,1-16

„Freigeben loslassen - dies geht auch uns an ist und es ist unser Auftrag, den immer größeren Gott anzunehmen, der anders ist als wir ihn uns wünschen. ‚Gottes Gedanken sind nicht unsere Gedanken und Gottes Wege nicht unsere Wege‘. Dieses ‚anders‘ Gottes zu ertragen, ist nicht nur zu ertragen, sondern Ja zu sagen zu Ihm, von Ihm uns führen zu lassen, wohin wir nicht wollen, Gott die Freiheit zu lassen, er selbst zu sein und besser zu wissen, was uns gut ist als wir selber, das ist der eigentliche Kreuzweg unseres Lebens, oft kaum zu ertragen, wenn seine Führungen ein Warum in uns wachrufen, das keine Antwort finden will. Und doch gerade indem wir dieses Warum ertragen, indem wir uns führen lassen, wohin wir nicht wollen und wo wir zunächst keinen Sinn sehen, gerade darin geschieht es, dass er uns aus unseren Wegen und unsere Gedanken heraus führt in seine Gedanken und in seine Wege und so in die Wahrheit in die wirkliche Fülle hinein“

Joseph Ratzinger, aus einer Predigt vom 07. Juli 1984 (JRGS 14/2)

So leben wir dem Herrn

„Aber da tritt nun doch ein Satz auf, der uns reizt, wenn Paulus schreibt und das Vorige auslegend sagt: „Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir so sterben wir den Herrn“ Es ist nicht einfach von den andern, sondern vom Herrn die Rede. Aber dieser Herr ist ja nicht irgendein Herrscher er heißt Herr deswegen, weil er die Wahrheit und die Güte selbst ist. Seine Herrschaft bedeutet, dass es die Konstanten der Wahrheit des Guten gibt, und erst auf ihn hin, auf dieses hin zu leben, macht uns wahrhaft frei, gibt uns Würde und führt uns auch zueinander und trägt uns im Miteinander.“

Joseph Ratzinger (aus einer Predigt vom 3.11.1977, JRGS 14/3)

In Liebe zurechtweisen

"In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen." Mt 18, 15
    
Unser Herr mahnt uns, nicht gegenseitig über unsere Sünden hinwegzusehen. Er verlangt aber nicht, daß du nach etwas suchst, was du tadeln kannst, sondern daß du siehst, was du verbessern kannst. Wir sollen nämlich in Liebe zurechtweisen, und nicht weil wir begierig sind, dem anderen zu schaden, sondern weil wir ihn besser machen wollen. Wenn du darin nachlässig bist, dann bist du schlechter als der [den du zurechtweisen sollst]. Er hat sich, indem er Unrecht tat, selbst mit einer schweren Wunde geschlagen; und du verachtest die Verwundung deines Bruders: Wenn du schweigst, bist du schlechter als er, der zurechtgewiesen werden sollte. (Augustinus)

Quelle: Catena Aurea

Kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen?

Lesungen: Jer 20,7-9;Ps 63,2.3-4.5-6.8-9;Röm 12,1-2;Mt 16,21-27

"Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen?" Mt 16, 26

"Auf den ersten Blick scheint ja das Vermögen der Lösepreis für die Seele zu sein, daß nämlich jemand sein Vermögen den Armen gibt und dadurch seine Seele rettet. Ich bin aber überzeugt, daß der Mensch nichts besitzt, was er als Lösepreis für seine Seele geben könnte und das ihn vom Tode befreite. Doch Gott hat für die Seelen der Menschen das wertvolle Blut seines Sohnes als Lösepreis gegeben." (Origenes)

Quelle: Catena Aurea

Schlüsselübergabe

Lesungen: Jes 22,19-23;Ps 138,1-2b.2c-3.6;Röm 11,33-36;Mt 16,13-20

„Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.“ Mt 16, 19

Übergabe der Schlüssel, Relief an Petersom in Rom

„Binden und Lösen bedeutet also, den Schlüssel der Erkenntnis und des Weges verwalten, Lehrvollmacht und Ordnungsvollmacht.

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