"Es muss Wärme von uns ausgehen. Den Menschen muss es in unserer Nähe wohl sein, und sie müssen fühlen, dass der Grund dazu in unserer Verbindung mit Gott liegt." Pater Rupert Mayer
Lesungen zum 31. Sonntag im Jahreskreis Dtn 6,1ab.2-6;Ps 18,2-3.4 u. 47.51 u. 50;Hebr 7,23-28;Mk 12,28-34
„Das heutige Sonntagsevangelium (Mk 12,28–34) legt uns erneut die Lehre Jesu über das größte Gebot vor: das Gebot der Liebe, das ein zweifaches ist: Gott lieben und den Nächsten lieben. …
Wenn die Liebe zu Gott in einem Menschen tiefe Wurzeln gefasst hat, vermag dieser auch den zu lieben, der es nicht verdient, wie es eben Gott uns gegenüber tut. Der Vater und die Mutter lieben ihre Kinder nicht nur, wenn sie es verdienen: sie lieben sie immer, auch wenn sie es ihnen natürlich zu verstehen geben, wenn sie einen Fehler begehen. Von Gott lernen wir, immer und allein das Gute zu wollen und nie das Böse. Wir lernen, auf den anderen nicht nur mit unseren Augen zu schauen, sondern mit dem Blick Gottes, dem Blick Jesu Christi.“
Lesungen zum 30. Sonntag im Jahreskreis: Jer 31,7-9;Ps 126,1-2b.2c-3.4-5.6;Hebr 5,1-6;Mk 10,46b-52
„Die Kirche wird »Gemeinschaft« durch die Eucharistie, bei der Christus, der in Brot und Wein gegenwärtig ist, die Kirche durch sein Liebesopfer als seinen Leib aufbaut, uns mit dem einen und dreifaltigen Gott und untereinander vereint (vgl. 1 Kor 10,16ff.). Im Nachsynodalen Apostolischen Schreiben Sacramentum caritatis habe ich angemerkt: »Tatsächlich können wir die Liebe, die wir im Sakrament feiern, nicht für uns behalten. Sie verlangt von ihrem Wesen her, an alle weitergegeben zu werden. Was die Welt braucht, ist die Liebe Gottes – Christus zu begegnen und an ihn zu glauben« (Nr. 84). Aus diesem Grund ist die Eucharistie nicht nur Quelle und Höhepunkt des kirchlichen Lebens, sondern auch ihrer Sendung: »Eine authentisch eucharistische Kirche ist eine missionarische Kirche« (ebd.), die alle der Gemeinschaft mit Gott zuführt und mit Nachdruck verkündet: »Was wir gesehen und gehört haben, das verkünden wir auch euch, damit auch ihr Gemeinschaft mit uns habt« (1 Joh 1,3).“
Zitat aus: BOTSCHAFT VON BENEDIKT XVI. ZUM WELTMISSIONSSONNTAG 2010
Lesungen zum 29. Sonntag im Jahreskreis: Jes 53,10-11;Ps 33,4-5.18-20 u. 22;Hebr 4,14-16;Mk 10,35-45
„»Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein« (V. 42-44). Das ist die Regel des Christen. Die Botschaft des Meisters ist klar: Während die Großen der Erde sich »Throne« für ihre eigene Macht aufbauen, wählt Gott einen unbequemen Thron, das Kreuz, von dem aus er herrscht und das Leben schenkt: »Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele« (V. 45), sagt Jesus.
Der Weg des Dienens ist das wirksamste Gegenmittel gegen die Krankheit der Suche nach den ersten Plätzen; es ist die Medizin für diejenigen, die dem Karrieredenken nachhängen, dieser Suche nach den ersten Plätzen, die so viele menschliche Kontexte ansteckt und nicht einmal die Christen, das Volk Gottes, auch nicht die kirchliche Hierarchie verschont.“
Lesungen vom 28. Sonntag im Jahreskreis Weish 7,7-11;Ps 90,12-13.14-15.16-17;Hebr 4,12-13;Mk 10,17-30
„Der hl. Clemens von Alexandrien sagt dazu folgendes: »Das Gleichnis soll die Vermögenden lehren, dass sie die Sorge für ihr Heil nicht aufgeben dürfen, als wären sie bereits im Voraus verurteilt, und dass sie andererseits den Reichtum nicht ins Meer werfen und als einen heimtückischen Feind des Lebens verurteilen dürfen, sondern dass sie vielmehr lernen müssen, in welcher Weise und wie sie den Reichtum zu gebrauchen und das Leben zu erwerben haben« (Welcher Reiche wird gerettet werden? – Quis dives salvetur?, 27,1). Die Geschichte der Kirche ist voller Beispiele von reichen Menschen, die ihre Güter dem Evangelium entsprechend genutzt haben und auch zur Heiligkeit gelangt sind. Denken wir nur an den hl. Franz von Assisi, an die hl. Elisabeth von Ungarn oder den hl. Karl Borromäus. Die Jungfrau Maria, Sitz der Weisheit, stehe uns bei, voll Freude die Einladung Jesu anzunehmen, um in die Fülle des Lebens einzutreten.“
Lesungen vom 27. Sonntag im Jahreskreis Gen 2,18-24;Ps 128,1-2.3.4-6;Hebr 2,9-11;Mk 10,2-16
„Die Liturgie des heutigen Sonntags unterbreitet erneut den grundlegenden Text aus dem Buch Genesis über die wechselseitige Entsprechung und gegenseitige Ergänzung von Mann und Frau (vgl. Gen 2,18-24). … In dieser Einheit geben die Eheleute das Leben neuen Menschen weiter: sie werden Eltern. Sie haben Anteil an der schöpferischen Kraft Gottes selbst. Doch aufgepasst! Gott ist Liebe, und man hat Anteil an seinem Werk, wenn man mit ihm und wie er liebt. Zu diesem Zweck, sagt der heilige Paulus, ist die Liebe Gottes in unsere Herzen ausgegossen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist (vgl. Röm 5,5,). Und eben diese Liebe wird den Brautleuten im Sakrament der Ehe geschenkt. Es ist die Liebe, die ihre Beziehung nährt, in Freuden und Leiden, in frohen und schwierigen Augenblicken. Es ist die Liebe, die den Wunsch erweckt, Kinder zu zeugen, sie zu erwarten, sie aufzunehmen, sie aufwachsen zu lassen, sie zu erziehen. Es ist dieselbe Liebe, die Jesus im heutigen Evangelium gegenüber den Kindern zeigt: »Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes« (Mk 10,14).“