„Wir glauben nicht an Gott, weil wir ihn brauchen, sondern weil er uns liebt“, Kardinal Gerhard Ludwig Müller
Lesungen zum 7. Sonntag im Jahreskreis 1 Sam 26,2.7-9.12-13.22-23;Ps 103,1-2.3-4.8 u. 10.12-13;1 Kor 15,45-49;Lk 6,27-38
„Manchmal fällt es uns leichter, uns an das Unrecht zu erinnern, das sie uns angetan haben, und an das Übel, das sie uns angetan haben, und nicht an die guten Dinge; bis zu dem Punkt, dass es Menschen gibt, die diese Gewohnheit haben, und es wird zur Krankheit. Sie sind »Sammler von Ungerechtigkeiten«: sie erinnern sich nur an die schlechten Dinge, die sie getan haben. Und das ist nicht der Weg. Wir müssen das Gegenteil tun, sagt Jesus. Wenn wir uns an die guten Dinge erinnern, und wenn da jemand mit einem Tratsch daherkommt und schlecht über den anderen spricht, sagen: »Nun ja, vielleicht… aber er hat ja auch Gutes an sich…« Den Gedankengang umkehren. Das ist die Revolution der Barmherzigkeit.“
Lesungen zum 2. Sonntag im Jahreskreis: Jes 62,1-5;Ps 96,1-2.3-4.6-7.10;1 Kor 12,4-11;Joh 2,1-11
„Wenn wir uns in schwierigen Situationen befinden, wenn Probleme auftauchen, die wir nicht lösen können, wenn wir oft Beklemmung und Angst empfinden, wenn uns die Freude fehlt, dann wollen wir zur Gottesmutter gehen und sagen: »Wir haben keinen Wein. Der Wein ist ausgegangen: Schau wie es mir geht, schau in mein Herz, schau auf meine Seele!« Es der Mutter sagen. Und sie wird zu Jesus gehen und sagen: »Schau auf ihn, schau auf sie: er, sie hat keinen Wein.« Und dann wird sie zu uns zurückkommen und sagen: »Was er euch sagt, das tut!«
Aus dem Steinkrug zu schöpfen bedeutet für jeden von uns, sich dem Wort und den Sakramenten anzuvertrauen, um Gottes Gnade in unserem Leben zu erfahren. Dann können auch wir, wie der Mundschenk, der das in Wein verwandelte Wasser gekostet hat, ausrufen: »Du […] hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt« (V.10). Jesus überrascht uns immer. Wir sprechen mit der Mutter, damit sie mit dem Sohn spricht, und er wird uns überraschen. Möge sie, die heilige Jungfrau, uns helfen, ihrer Einladung zu folgen: »Was er euch sagt, das tut!«, damit wir uns ganz Jesus öffnen können und im Alltag des Lebens die Zeichen seiner belebenden Gegenwart erkennen.“

Anbetung der Könige, Wandmalerei in der Kirche von Gerlamoos (Kärnten)
"Sich vor einer Autorität niederzuwerfen, die sich mit Zeichen der Macht und Herrlichkeit präsentierte, war damals üblich. Und auch heute wäre das nicht ungewöhnlich. Aber vor dem Kind von Bethlehem ist es nicht einfach. Es ist nicht leicht, diesen Gott anzubeten, dessen Göttlichkeit verborgen bleibt und nicht triumphierend erscheint. Es bedeutet, die Größe Gottes anzunehmen, die sich in der Kleinheit manifestiert. Das ist die Botschaft! Die Sterndeuter erniedrigen sich vor der unerhörten Logik Gottes, sie empfangen den Herrn nicht so, wie sie ihn sich vorgestellt hatten (groß und so weiter), sondern so, wie er ist, klein und arm. Ihr Niederwerfen ist das Zeichen derer, die ihre eigenen Vorstellungen beiseiteschieben und Platz für Gott machen. Dafür braucht es Demut."
Liebe Schwestern und Brüder,
dieses kleine Krippenspiel mag ihnen etwas ungewöhnlich vorkommen, weil es mit Playmobilfiguren nacherzählt wurde, und manche von uns würden vielleicht diese Figuren nie mit einer Weihnachtskrippe in Verbindungen bringen. (zum Ansehen des Videos auf das Bild klicken)
Aber, ich denke, auch diese Form einer Krippe bringt uns die Frohe Botschaft des Weihnachtsfestes nahe und sie trägt zusätzlich noch eine etwas andere versteckte Botschaft in sich, nämlich: (unter dem Bild auf Weiterlesen... klicken)
Lesungen zum 4. Advent: Mi 5,1-4a;Ps 80,2ac u. 3bc.15-16.18-19;Hebr 10,5-10;Lk 1,39-45
"Das Evangelium sagt: »Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet« (V. 40). …

Gemälde von Carl Christian Vogel von Vogelstein in der Schlosskapelle Pillnitz
Diese Episode hilft uns, das Geheimnis der Begegnung des Menschen mit Gott in einem ganz besonderen Licht zu sehen. Eine Begegnung, die nicht unter dem Zeichen erstaunlicher Wunder steht, sondern vielmehr im Zeichen des Glaubens und der Nächstenliebe. In der Tat ist Maria gesegnet, weil sie glaubte: die Begegnung mit Gott ist Frucht des Glaubens. Zacharias dagegen, der zweifelte und nicht glaubte, blieb taub und stumm. Um während des langen Schweigens im Glauben zu wachsen: ohne Glauben bleiben wir unweigerlich der tröstenden Stimme Gottes gegenüber taub und sind unfähig, Worte des Trostes und der Hoffnung für unsere Brüder und Schwestern auszusprechen."