"Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern wandelt euch und erneuert euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: was ihm gefällt, was gut und vollkommen ist." Röm. 12, 2

Wir sind Kinder Gottes

Lesungen zum 32. Sonntag in Jahreskreis 2 Makk 7,1-2.7a.9-14;Ps 17,1 u. 3c-4.5-6.8 u. 15;2 Thess 2,16 - 3,5;Lk 20,27-38

„ … Jesus geht nicht in die Falle und antwortet, dass die Auferstandenen im Jenseits »nicht heiraten, noch lassen sie sich heiraten. Denn sie können auch nicht mehr sterben, weil sie den Engeln gleich und als Kinder der Auferstehung zu Kindern Gottes geworden sind« (V. 35-36). So antwortet Jesus.

Mit dieser Antwort lädt Jesus vor allem seine Gesprächspartner – und auch uns – dazu ein, zu denken, dass diese irdische Dimension, in der wir jetzt leben, nicht die einzige Dimension ist, sondern dass es eine andere, nicht mehr dem Tod unterworfene Dimension gibt, in der in vollem Umfang offenbar werden wird, dass wir Kinder Gottes sind. Es schenkt großen Trost und Hoffnung, jenes einfache und klare Wort Jesu über das Leben jenseits des Todes zu hören; wir brauchen dies so sehr, besonders in dieser unserer Zeit, die so reich an Wissen über das Universum ist, aber so arm an Weisheit über das ewige Leben. … “

Aus Franziskus Angelus am 10.11.2019

Gott hingegen verurteilt die Sünde, versucht aber, den Sünder zu retten

Lesungen zum 31. Sonntag im Jahrenskreis: Weish 11,22 - 12,2;Ps 145,1-2.8-9.10-11.13c-14;2 Thess 1,11 - 2,2;Lk 19,1-10

„… Er war neugierig. Und da er klein von Gestalt war, lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, »um Jesus zu sehen« (V. 4). Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sah ihn (vgl. V. 5).

Und das ist wichtig: der erste Blick ist nicht jener des Zachäus, sondern der Blick Jesu, der unter den vielen Gesichtern, die ihn umgaben – die Menschenmenge – genau dieses sucht. Der barmherzige Blick des Herrn erreicht uns noch bevor wir erkennen, dass wir ihn brauchen, um errettet zu werden. Und mit diesem Blick des göttlichen Meisters beginnt das Wunder der Umkehr des Sünders. Tatsächlich ruft Jesus ihn und nennt ihn beim Namen: »Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus bleiben« (V. 5). Er macht ihm keine Vorwürfe, er hält ihm keine »Predigt«; er sagt ihm, dass er zu ihm gehen muss: »er muss«, weil das der Wille des Vaters ist. Trotz des empörten Raunens der Leute beschließt Jesus, im Haus jenes öffentlichen Sünders zu bleiben. …“

Franziskus, Angelus 03.11.2019

Allzeit beten und darin nicht nachlassen

Lesungen zum 29. Sonntag im Jahreskreis: Ex 17,8-13;Ps 121,1-2.3-4.5-6.7-8;2 Tim 3,14 - 4,2;Lk 18,1-8

„Das Gleichnis aus dem Evangelium, das wir soeben gehört haben (vgl. Lk 18,1-8), enthält eine wichtige Lehre: allzeit zu beten und darin nicht nachzulassen (vgl. V. 1). Es geht also nicht darum, manchmal zu beten, wenn ich mich danach fühle. Nein: Jesus sagt, dass wir »allzeit beten und darin nicht nachlassen« sollen. …

Wenn es der Witwe gelungen ist, sich durch ihre inständigen Bitten gegen den ungerechten Richter durchzusetzen, wie viel mehr wird dann Gott, der ein guter und gerechter Vater ist, »seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, … zu ihrem Recht verhelfen«. Außerdem wird er nicht »zögern«, sondern ihnen »unverzüglich ihr Recht verschaffen« (V. 7-8). Daher mahnt Jesus, allzeit zu beten und darin nicht nachzulassen. Wir alle verspüren Augenblicke der Müdigkeit und der Entmutigung, vor allem dann, wenn unser Gebet wirkungslos zu sein scheint. Aber Jesus versichert uns: Im Gegensatz zu dem ungerechten Richter erhört Gott seine Kinder sofort, auch wenn dies nicht bedeutet, dass er es in den Zeiten und in der Weise tut, wie wir es möchten. Das Gebet ist kein Zauberstab! Es hilft, den Glauben an Gott zu bewahren, uns ihm anzuvertrauen, auch wenn wir seinen Willen nicht verstehen.“

Franziskus, Generalaudienz 25.05.2016

Alles ist Geschenk, alles ist Gnade

Lesungen zum 28. Sonntag im Jahrskreis: 2 Kön 5,14-17;Ps 98,1.2-3b.3c-4;2 Tim 2,8-13;Lk 17,11-19

"Das Evangelium des heutigen Sonntags zeigt uns Jesus, wie er zehn Aussätzige heilt, von denen nur einer, ein Samariter und somit ein Fremder, umkehrt, um ihm zu danken. Zu ihm sagt der Herr: »Steh auf und geh! Dein Glaube hat dir geholfen«. Dieser Abschnitt des Evangeliums lädt uns zu einer zweifachen Überlegung ein.

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