„Wir glauben nicht an Gott, weil wir ihn brauchen, sondern weil er uns liebt“, Kardinal Gerhard Ludwig Müller

Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt, und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig.

Lesungen zum 13. Sonntag im Jahreskreis: 2 Kön 4,8-11.14-16a;Ps 89,2-3.16-17.18-19;Röm 6,3-4.8-11;Mt 10,37-42

Das Wort "Kreuz" kommt von dem Kreuz, das wir tragen. Und wir tragen das Kreuz des Herrn auf zweierlei Weise: Entweder, indem wir durch Enthaltsamkeit unseren Leib beherrschen lernen, oder, indem wir durch das Mitleid mit dem Nächsten seine Not zu der unseren machen. Man muß nämlich wissen, daß einige ihre leibliche Enthaltsamkeit zur Schau stellen, nicht um Gott die Ehre zu geben, sondern um selber eitlen Ruhm einzuheimsen. Und es gibt auch einige, die das Mitleid mit dem Nächsten nicht auf geistliche, sondern auf fleischliche Weise üben, so daß bei dem Nächsten nicht die Tugend, sondern (durch falsches Erbarmen) die Schuld fördern. Diese tragen zwar scheinbar ein Kreuz, aber dem Herrn folgen sie nicht nach. Darum sagt er: "... und mir nachfolgt." (Gregor der Große)

Catena Aurea

Fürchtet Euch nicht!

Lesungen zum 12. Sonntag im Jahreskreis: Jer 20,10-13;Ps 69,8 u. 10.14.33-34;Röm 5,12-15;Mt 10,26-33

„Fürchtet euch nicht vor denen, die versuchen, die Macht der Evangelisierung durch Arroganz und Gewalt auszulöschen. Tatsächlich können sie nichts gegen die Seele, das heißt gegen die Gemeinschaft mit Gott tun: diese kann niemand den Jüngern nehmen, denn sie ist ein Geschenk Gottes. Die einzige Furcht, die der Jünger haben muss, ist jene, diese göttliche Gabe, die Nähe, die Freundschaft mit Gott zu verlieren, auf ein Leben nach dem Evangelium zu verzichten und so den moralischen Tod herbeizuführen, der die Folge der Sünde ist.“

Franziskus, 21. Juni 2020

Die Wirklichkeit der Kirche

Lesungen zum 11. Sonntag im Jahreskreis: Ex 19,2-6a;Ps 100,1-3.4-5;Röm 5,6-11;Mt 9,36 - 10,8

"Die Bibeltexte, die wir an diesem elften Sonntag im Jahreskreis gehört haben, helfen uns, die Wirklichkeit der Kirche zu verstehen: die erste Lesung (vgl. Ex 19,2–6a) ruft den Bund in Erinnerung, der am Berg Sinai während des Auszugs aus Ägypten geschlossen wurde; das Evangelium (Mt 9,36–10,8) besteht aus der Erzählung der Berufung und der Aussendung der zwölf Apostel. … Als nämlich Jesus die Zwölf berief, wollte er symbolisch auf die Stämme Israels Bezug nehmen, die ja auf die zwölf Söhne Jakobs zurückgehen. Indem er deshalb in den Mittelpunkt seiner neuen Gemeinschaft die Zwölf stellt, läßt er verstehen, daß er gekommen ist, um den Plan des himmlischen Vaters zur Erfüllung zu bringen, auch wenn erst an Pfingsten das neue Antlitz der Kirche sichtbar werden sollte: wenn nämlich die Zwölf, erfüllt mit dem Heiligen Geist, das Evangelium in allen Sprachen verkünden werden (vgl. Apg 2,3–4). Da wird dann die universale Kirche sichtbar werden, die in einem einzigen Leib faßbar ist, dessen Haupt der auferstandene Christus ist, und die von ihm zu allen Nationen gesandt ist, bis an die äußersten Grenzen der Erde (vgl. Mt 28,20)."

Benedikt XVI 15.Juni 2008 in Brindisi

Fronleichnam: "Das Sakrament der Liebe Christi muss das ganze alltägliche Leben durchdringen"

Lesungen zum Fronleichnamsfest: Dtn 8,2-3.14-16a;Ps 147,12-13.14-15.19-20;1 Kor 10,16-17;Joh 6,51-58

"Wird nämlich die ganze Beziehung mit dem eucharistischen Jesus allein auf den Augenblick der heiligen Messe konzentriert, läuft man Gefahr, den Rest der Lebenszeit und des Lebensraumes seiner Gegenwart zu entleeren. Und so wird der Sinn der beständigen Gegenwart Jesu mitten unter uns und mit uns weniger wahrgenommen, eine konkrete, nahe Gegenwart inmitten unserer Häuser, als »pulsierendes Herz« der Stadt, des Landes, des Gebiets mit seinen verschiedenen Ausdrucksformen und Tätigkeiten. Das Sakrament der Liebe Christi muss das ganze alltägliche Leben durchdringen."

Benedikt XVI, Basilika St. Johann im Lateran, Donnerstag, 7. Juni 2012

Das Handeln der drei göttlichen Personen – Vater, Sohn und Heiliger Geist – ist ein einziger Plan der Liebe

Lesungen zum Dreifaltigkeitssonntag: Ex 34,4b.5-6.8-9;Dan 3,52.53.54.55.56;2 Kor 13,11-13;Joh 3,16-18

„Gott hat die gute, schöne Welt geschaffen, doch nach der Sünde ist die Welt vom Bösen und der Korruption geprägt. Wir Männer und Frauen sind alle Sünder, deshalb könnte Gott eingreifen, um die Welt zu richten, das Böse zu vernichten und die Sünder zu bestrafen. Stattdessen liebt er die Welt, trotz ihrer Sünden; Gott liebt jeden von uns, auch wenn wir Fehler machen und uns von ihm abwenden. Gott, der Vater, liebt die Welt so sehr, dass er, um sie zu retten, das gibt, was er an Kostbarstem hat: seinen eingeborenen Sohn, der sein Leben für die Menschheit hingibt, aufersteht, zum Vater zurückkehrt und mit ihm zusammen den Heiligen Geist sendet. Die Dreifaltigkeit ist also Liebe, ganz im Dienste der Welt, die sie retten und neu erschaffen will. Wenn wir heute an Gott Vater und den Sohn und den Heiligen Geist denken, denken wir an die Liebe Gottes! Und es wäre schön, wenn wir uns geliebt fühlten. »Gott liebt mich«: das ist das Gefühl heute.“

Franziskus, aus dem Angelus am 7. Juni 2020