"Wenn Sie in die Welt hineinschauen, sehen Sie keinen Himmel, aber Sie sehen überall die Spuren Gottes." Benedikt XVI.

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Darstellung des Herrn

"Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, daß in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird." LK 2, 34
 
Licht ist auch dann Licht, wenn es schwache Augen stört. Und ebenso bleibt der Erlöser der Erlöser, auch wenn durch ihn viele zu Fall kommen. Daß sie zu Fall kommen, hat seinen Grund nicht in seinem Tun, sondern in ihrer Verblendung. "Wieder aufgerichtet werden"Auferstehen, lat.: resurrectio aber bedeutet: ein neues Leben zu führen. Wenn ein Wollüstiger keusch wird, ein Geizhals barmherzig, ein Jähzorniger umgänglich, dann ist das eine Auferstehungsfeier. Die Sünde stirbt, die Gerechtigkeit steht auf. (Chrysostomus)

Quelle: Catena Aurea

Hanna, Simeon und Jesus im Tempel, Wandmalerei von Carl Vogel von Vogelstein (Schlosskapelle Pillnitz)

Damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde...

"Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze." Lk 4,18
    
"Gefangen" kann man auf verschiedene Weisen sein. Im positiven Sinn, wenn z.B. Paulus sagt: "Wir nehmen alles Denken gefangen, so daß es Christus gehorcht". Schlimm dagegen ist die leibliche Gefangenschaft, die von einem körperlichen Feind kommt. Schlimmer noch ist eine geistige Gefangenschaft, von der aber wird hier gesprochen: die Sünde nämlich übt eine Gewaltherrschaft der übelsten Sorte aus, indem sie gebietet, Schlechtes zu tun, und die, die ihr gehorchen, ins Verderben stürzt. Aus diesem geistigen Gefängnis aber hat uns Christus befreit. (Chrysostomus)

Quelle: Catena Aurea

Epiphanie: Kein Großer sollte sich überheben, kein Schwacher verzweifeln.

Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem (Mt. 2, 1)

Was waren denn diese Magier anderes als die Erstlingsgabe aus den Heiden? Die Hirten waren Israeliten, die Magier Heiden; jene kamen aus der Nähe, diese von ferne. Doch beide fanden sich bei dem einen Eckstein ein.
Jesus wurde weder den Gerechten noch den Gelehrten geoffenbart: Unwissend sind die Hirten ob ihrer bäuerischen Herkunft; die rechte Frömmigkeit mangelt den Magiern, die allerhand Frevel begehen. Beide zog der Eckstein an sich; denn er war ja gekommen, das Törichte zu erwählen, um die Weisen zuschanden zu machen, die Sünder zu berufen, nicht die Gerechten. Kein Großer sollte sich überheben, kein Schwacher verzweifeln. (Augustinus)

Quelle Catena Aurea

Wandmalerei ind der Kirche von Gerlamoos (Kärnten)

Advent

Eine kleine Kerze.
Ein kleiner Lichtblick.
Ein Orientierungspunkt.
Ein Hoffnungszeichen.
Eine Ermutigung.
Schaut hin!
Erhebt euer Haupt!
Fasst Mut!
Geht auf das Licht zu!
Gott kommt.
Sein Licht kommt.
Er kommt immer näher.
Es wird immer heller.

L.M. Kauder

Gesegnete Weihnachten!

Carlo Maratta Die Heilige Nacht, Gemäldegalerie Alter Meister Dresden

„Gott ist so groß, dass er sich klein machen kann und nicht von oben herab daherkommt sondern von unten heraufschaut und um unsere Gunst und unser Liebe wirbt. Deshalb kann auch all das duselnde Drumherum unsere leise Ahnung nicht vernichten, dass es die heile Welt und die Versöhnung zwischen Gott und Mensch gibt. Weihnachten rührt offenbar das Kindliche in uns an. Es lässt die Sehnsucht nach grenzenloser Geborgenheit in uns aufleben und in der Liebe Gottes als eine Realität erhoffen.“

Bischof Rudolf Voderholzer (Regensburg)