"Es geht nicht um das, was wir tun, oder wie viel wir tun, sondern darum, wie viel Liebe wir in das Tun legen, in die Arbeit, die er uns anvertraut hat." Mutter Theresa

Darstellung des Herrn: Bewegung und Staunen

Lesungen zur Fest der Darstellung des Herrn: Mal 3,1-4;Ps 24,7-8.9-10;Hebr 2,11-12.13c-18;Lk 2,22-40

Darstellung des Herrn, Wandmalerei in der Kirche in Gerlamoos (Kärnten)

„Maria und Josef, Simeon und Hanna, die Vorbilder sind für die Aufnahme Gottes und die Hingabe des Lebens an ihn. … Der Evangelist Lukas beschreibt alle vier in einer zweifachen Haltung: Bewegung und Staunen.

Die erste Haltung besteht in der Bewegung. Maria und Josef machen sich auf den Weg nach Jerusalem. Simeon geht, vom Geist geführt, zum Tempel, während Hanna Gott Tag und Nacht unablässig dient. Auf diese Weise zeigen uns die vier Protagonisten des Evangeliums, dass das christliche Leben Dynamik erfordert und die Bereitschaft zum Gehen notwendig ist, wobei man sich vom Heiligen Geist leiten lässt. Bewegungslosigkeit entspricht nicht dem christlichen Zeugnis und der Sendung der Kirche. …

Die zweite Haltung, mit der der heilige Lukas die vier Personen der Geschichte beschreibt, ist das Staunen. Maria und Josef »staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden« (V. 33). Das Staunen ist eine eindeutige Reaktion auch des betagten Simeon, der im Jesuskind mit eigenen Augen das von Gott für sein Volk gewirkte Heil sieht: jenes Heil, auf das er seit Jahren gewartet hatte. Und dasselbe gilt für Hanna, »die Gott pries« (V. 38) und hinging, um die Leute auf das Kind aufmerksam zu machen. …

Die Unfähigkeit zum Staunen hingegen macht uns gleichgültig und vergrößert die Distanz zwischen dem Weg des Glaubens und dem alltäglichen Leben. Brüder und Schwestern, wir wollen immer in Bewegung sein und für das Staunen offen bleiben!“

PAPST FRANZISKUS ANGELUS am 02.02.2020