„Wir glauben nicht an Gott, weil wir ihn brauchen, sondern weil er uns liebt“, Kardinal Gerhard Ludwig Müller

Vom Geben

Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört - amen, ich sage euch: er wird nicht um seinen Lohn kommen. MK 9, 41

Damit niemand seine Armut anführt, nimmt er etwas, was nicht fehlen kann: einen Becher kaltes Wasser; auch dafür wird er seinen Lohn empfangen. Denn nicht der Wert des Gegebenen, sondern die Würde der Empfangenden und die Liebe der Gebenden machen das Werk seines Lohnes würdig. (Chrysostomus)

Quelle: Catena Aurea

Demut

Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat. Mk 9, 36/37

Allein durch den Anblick [sc. des Kindes] überzeugt er sie, demütig und schlicht zu sein; denn von Neid und nichtigem Ruhm ist ein kleines Kind rein und auch davon, nach einem Vorrang zu streben. Er sagt aber nicht nur: Wenn ihr so werdet, werdet ihr großen Lohn empfangen, sondern auch: Wenn ihr andere so ehrt um meinetwillen. (Chrysostomus)

Sieh, wieviel die Demut vermag; sie verdient es nämlich, daß der Vater und der Sohn und der Heilige Geist darin Wohnung nimmt. (Theophylactus)

Quelle: Catena Aurea

Er blickte auf zum Himmel

"Da brachte man einen Taubstummen zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren. Er nahm ihn beiseite, von der Menge weg, legte ihm die Finger in die Ohren und berührte dann die Zunge des Mannes mit Speichel; danach blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu dem Taubstummen: Effata!, das heißt: Öffne dich!" Mk 7 32-34
   
Er blickte auf zum Himmel, um zu lehren, daß dort die Stummen die Sprache, die Tauben das Gehör, und alle Kranken das Heil suchen sollen. Und Er seufzte, nicht weil Er es notwendig gehabt hätte, durch Seufzer etwas vom Vater zu erbitten, Er, der mit dem Vater zusammen den Bittenden alles gewährt; Er tat es, damit Er uns ein Beispiel gebe, wie wir mit Seufzern für unsere und auch für die Fehler unserer Nächsten den Schutz und die Gnade des Himmels erflehen sollen. (Beda)

Quelle: Catena Aurea

"Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen." Mk 7, 8

"Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen." Mk 7, 8
    
Die geistlichen Worte der Propheten verstanden sie in einem fleischlichen Sinn: Mit den Worten "Wascht euch, reinigt euch!" (Jes 1,16) und "Haltet euch rein, denn ihr tragt die Geräte des Herrn" (Jes 52,1) ... Die aber, die an dem Brot, das vom Himmel herabkommt, teilhaben wollen, müssen ihr Tun reinigen, indem sie oft Almosen geben, Buße tun und weitere Früchte der Gerechtigkeit hervorbringen. Und den Schmutz, mit dem man durch die Aufgaben und Sorgen in der Welt in Kontakt kommt, muß man dadurch wieder abwaschen, daß man beharrlich Gutes denkt und Gutes tut. Es ist also umsonst, wenn die Juden ihre Hände waschen und sich selber waschen, wenn sie vom Markt kommen, solange sie sich nicht an der Quelle, die der Heiland ist, rein waschen wollen: nutzlos ist es, sich an die Reinigung für die Gefäße zu halten, wenn man dabei vergißt, den Schmutz von seinem Leib und seinem Herzen abzuwaschen. (Beda, In Marc.)

Quelle: Catena Aurea

Sakrament der Gemeinschaft

"Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht eßt und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag." (Joh 6, 53/54)

So soll diese Speise und dieser Trank verstanden werden als Gemeinschaft des Leibes und seiner Glieder, welche die Kirche ist in ihrem vorausbestimmten, berufenen, gerechtfertigten und verherrlichten Heiligen und Gläubigen. Das Sakrament dieser Gemeinschaft, d.h. die Einheit des Leibes und Blutes Christi, wird an manchen Orten täglich, anderswo in bestimmten Abständen von einigen Tagen auf dem Tisch des Herrn bereitet und vom Tisch des Herrn empfangen. [...] Damit aber niemand meint, in dieser Speise und in diesem Trank werde so das ewige Leben versprochen, daß alle, die ihn empfangen, auch leiblich nicht sterben werden, fügt er, um diesem Gedanken entgegenzutreten, hinzu: und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag. Natürlich haben sie auch in der Zwischenzeit [zwischen dem Tod und dem letzten Tag] das ewigen Leben dem Geist nach in der Ruhe, die die Geister der Gerechten aufnimmt; was aber den Leib betrifft, so wird dem Leib das ewigen Leben nicht vorenthalten, sondern er wird es in der Auferstehung der Toten am letzten Tag erhalten. (Augustinus)

Quelle: Catena Aurea