"Nur die Kirche kann den Menschen vor der erniedrigenden Knechtschaft bewahren, ein Kind seiner Zeit zu sein." C. K. Chesterton

Das Herz für das Wort des Heils öffnen

Lesungen vom 14. Sonntag im Jahreskreis Sach 9,9-10;Ps 145,1-2.8-9.10-11.13c-14;Röm 8,9.11-13;Mt 11,25-30

„Zuerst preist Jesus den Vater, weil er die Geheimnisse seines Reiches, seiner Wahrheit, »vor den Weisen und Klugen« verborgen hat (V. 25). So nennt er sie mit leichter Ironie, denn sie gehen davon aus, klug zu sein, weise, und deshalb ist ihr Herz oft verschlossen. Die wahre Weisheit kommt auch aus dem Herzen, sie besteht nicht nur darin, Ideen zu verstehen: die wahre Weisheit dringt auch bis ins Herz vor. Und wenn du viele Dinge weißt, aber dein Herz verschlossen ist, dann bist du nicht weise. Jesus sagt, dass die Geheimnisse seines Vaters den »Unmündigen« offenbart werden, denen, die sich vertrauensvoll gegenüber seinem Wort des Heils öffnen, die ihre Herzen für das Wort des Heils öffnen, die spüren, dass sie seiner bedürfen und alles von ihm erwarten. Das dem Herrn gegenüber offene und vertrauensvolle Herz.“

Franziskus, Angelus am 5. Juli 2020

Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt, und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig.

Lesungen zum 13. Sonntag im Jahreskreis: 2 Kön 4,8-11.14-16a;Ps 89,2-3.16-17.18-19;Röm 6,3-4.8-11;Mt 10,37-42

Das Wort "Kreuz" kommt von dem Kreuz, das wir tragen. Und wir tragen das Kreuz des Herrn auf zweierlei Weise: Entweder, indem wir durch Enthaltsamkeit unseren Leib beherrschen lernen, oder, indem wir durch das Mitleid mit dem Nächsten seine Not zu der unseren machen. Man muß nämlich wissen, daß einige ihre leibliche Enthaltsamkeit zur Schau stellen, nicht um Gott die Ehre zu geben, sondern um selber eitlen Ruhm einzuheimsen. Und es gibt auch einige, die das Mitleid mit dem Nächsten nicht auf geistliche, sondern auf fleischliche Weise üben, so daß bei dem Nächsten nicht die Tugend, sondern (durch falsches Erbarmen) die Schuld fördern. Diese tragen zwar scheinbar ein Kreuz, aber dem Herrn folgen sie nicht nach. Darum sagt er: "... und mir nachfolgt." (Gregor der Große)

Catena Aurea

Fürchtet Euch nicht!

Lesungen zum 12. Sonntag im Jahreskreis: Jer 20,10-13;Ps 69,8 u. 10.14.33-34;Röm 5,12-15;Mt 10,26-33

„Fürchtet euch nicht vor denen, die versuchen, die Macht der Evangelisierung durch Arroganz und Gewalt auszulöschen. Tatsächlich können sie nichts gegen die Seele, das heißt gegen die Gemeinschaft mit Gott tun: diese kann niemand den Jüngern nehmen, denn sie ist ein Geschenk Gottes. Die einzige Furcht, die der Jünger haben muss, ist jene, diese göttliche Gabe, die Nähe, die Freundschaft mit Gott zu verlieren, auf ein Leben nach dem Evangelium zu verzichten und so den moralischen Tod herbeizuführen, der die Folge der Sünde ist.“

Franziskus, 21. Juni 2020

Die Wirklichkeit der Kirche

Lesungen zum 11. Sonntag im Jahreskreis: Ex 19,2-6a;Ps 100,1-3.4-5;Röm 5,6-11;Mt 9,36 - 10,8

"Die Bibeltexte, die wir an diesem elften Sonntag im Jahreskreis gehört haben, helfen uns, die Wirklichkeit der Kirche zu verstehen: die erste Lesung (vgl. Ex 19,2–6a) ruft den Bund in Erinnerung, der am Berg Sinai während des Auszugs aus Ägypten geschlossen wurde; das Evangelium (Mt 9,36–10,8) besteht aus der Erzählung der Berufung und der Aussendung der zwölf Apostel. … Als nämlich Jesus die Zwölf berief, wollte er symbolisch auf die Stämme Israels Bezug nehmen, die ja auf die zwölf Söhne Jakobs zurückgehen. Indem er deshalb in den Mittelpunkt seiner neuen Gemeinschaft die Zwölf stellt, läßt er verstehen, daß er gekommen ist, um den Plan des himmlischen Vaters zur Erfüllung zu bringen, auch wenn erst an Pfingsten das neue Antlitz der Kirche sichtbar werden sollte: wenn nämlich die Zwölf, erfüllt mit dem Heiligen Geist, das Evangelium in allen Sprachen verkünden werden (vgl. Apg 2,3–4). Da wird dann die universale Kirche sichtbar werden, die in einem einzigen Leib faßbar ist, dessen Haupt der auferstandene Christus ist, und die von ihm zu allen Nationen gesandt ist, bis an die äußersten Grenzen der Erde (vgl. Mt 28,20)."

Benedikt XVI 15.Juni 2008 in Brindisi

Fronleichnam: "Das Sakrament der Liebe Christi muss das ganze alltägliche Leben durchdringen"

Lesungen zum Fronleichnamsfest: Dtn 8,2-3.14-16a;Ps 147,12-13.14-15.19-20;1 Kor 10,16-17;Joh 6,51-58

"Wird nämlich die ganze Beziehung mit dem eucharistischen Jesus allein auf den Augenblick der heiligen Messe konzentriert, läuft man Gefahr, den Rest der Lebenszeit und des Lebensraumes seiner Gegenwart zu entleeren. Und so wird der Sinn der beständigen Gegenwart Jesu mitten unter uns und mit uns weniger wahrgenommen, eine konkrete, nahe Gegenwart inmitten unserer Häuser, als »pulsierendes Herz« der Stadt, des Landes, des Gebiets mit seinen verschiedenen Ausdrucksformen und Tätigkeiten. Das Sakrament der Liebe Christi muss das ganze alltägliche Leben durchdringen."

Benedikt XVI, Basilika St. Johann im Lateran, Donnerstag, 7. Juni 2012