"Christus achtet nicht darauf, wie oft wie in unserem Leben straucheln, sondern wie oft wir mit seiner Hilfe wieder aufstehen." Benedikt XVI.

Ja, was Christus uns geschenkt hat, vervielfältigt sich, wenn man es weiterschenkt!

Lesungen zum 33. Sonntag im Jahreskreis: Spr 31,10-13.19-20.30-31;Ps 128,1-2.3.4-5;1 Thess 5,1-6;Mt 25,14-30

„Der Mann aus dem Gleichnis (von den Talenten (25,14–30) steht für Christus selbst, die Diener sind die Jünger und die Talente sind die Gaben, die Jesus ihnen anvertraut. Deshalb versinnbildlichen diese Gaben über die natürlichen Qualitäten hinaus die Schätze, die Jesus, der Herr, uns als Erbe hinterlassen hat, damit wir sie Frucht tragen lassen: sein Wort, das im heiligen Evangelium bewahrt ist; die Taufe, die uns im Heiligen Geist erneuert; das Gebet – das »Vaterunser« –, das wir als im Sohn geeinte Kinder zu Gott erheben; seine Vergebung, die wir, wie er uns aufgetragen hat, allen bringen sollen; das Sakrament seines aufgeopferten Leibes und seines vergossenen Blutes. Mit einem Wort: das mitten unter uns gegenwärtige und lebendige Reich Gottes, das er selbst ist.

Das ist der Schatz, den Jesus seinen Freunden am Ende seines kurzen Daseins auf Erden anvertraut hat. Das heutige Gleichnis stellt die innere Haltung heraus, in der diese Gabe angenommen und zur Geltung gebracht werden soll. Eine falsche Haltung wäre hierbei die Angst: der Diener, der vor seinem Herrn Angst hat und dessen Rückkehr fürchtet, versteckt das Geld in der Erde, und es bringt keinen Gewinn ein. Dies geschieht zum Beispiel demjenigen, der die Taufe, die Kommunion und die Firmung empfangen hat und dann diese Gaben unter einer Decke von Vorurteilen, unter einem falschen Gottesbild begräbt, das den Glauben und die Werke lähmt, so daß es dadurch zum Verrat an den Erwartungen des Herrn kommt. Das Gleichnis legt aber den Schwerpunkt mehr auf die guten Früchte, die die Jünger einbrachten, die über die empfangene Gabe froh waren und sie somit nicht angsterfüllt und eifersüchtig verborgen hielten, sondern Ertrag bringen ließen, indem sie sie mit anderen teilten und sie daran Anteil haben ließen. Ja, was Christus uns geschenkt hat, vervielfältigt sich, wenn man es weiterschenkt! Es handelt sich um einen Schatz, der dazu dient, ausgegeben, investiert, mit allen geteilt zu werden, wie uns der Apostel Paulus lehrt, jener große Verwalter der Talente Jesu.“

Benedikt XVI aus dem Angelus vom 16.11.2008