"Es muss Wärme von uns ausgehen. Den Menschen muss es in unserer Nähe wohl sein, und sie müssen fühlen, dass der Grund dazu in unserer Verbindung mit Gott liegt." Pater Rupert Mayer

Wie ein Kind

"Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt, wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen." Mk 10, 15
    
Der Herr sagt nicht: "Ihnen gehört das Himmelreich", sondern "Menschen wie ihnen [...]": die sich mit Eifer und Liebe bemühen um Unschuld und Einfachheit, was die Kinder von Natur aus haben. Ein Kind haßt nicht, es tut nichts hinterhältig, wenn es gestraft wird, läuft es von der Mutter dennoch nicht weg, wenn man ihm billige Kleider anzieht, mag es sie lieber als königliche Gewänder. So benimmt sich auch, wer aus der Kraft der Kirche, seiner Mutter, lebt. Er zieht ihr nichts vor, auch nicht das lustvolle Leben (das über viele wie ein König herrscht). (Beda)

Quelle: Catena Aurea

Vom Geben

Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört - amen, ich sage euch: er wird nicht um seinen Lohn kommen. MK 9, 41

Damit niemand seine Armut anführt, nimmt er etwas, was nicht fehlen kann: einen Becher kaltes Wasser; auch dafür wird er seinen Lohn empfangen. Denn nicht der Wert des Gegebenen, sondern die Würde der Empfangenden und die Liebe der Gebenden machen das Werk seines Lohnes würdig. (Chrysostomus)

Quelle: Catena Aurea

Demut

Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat. Mk 9, 36/37

Allein durch den Anblick [sc. des Kindes] überzeugt er sie, demütig und schlicht zu sein; denn von Neid und nichtigem Ruhm ist ein kleines Kind rein und auch davon, nach einem Vorrang zu streben. Er sagt aber nicht nur: Wenn ihr so werdet, werdet ihr großen Lohn empfangen, sondern auch: Wenn ihr andere so ehrt um meinetwillen. (Chrysostomus)

Sieh, wieviel die Demut vermag; sie verdient es nämlich, daß der Vater und der Sohn und der Heilige Geist darin Wohnung nimmt. (Theophylactus)

Quelle: Catena Aurea

Er blickte auf zum Himmel

"Da brachte man einen Taubstummen zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren. Er nahm ihn beiseite, von der Menge weg, legte ihm die Finger in die Ohren und berührte dann die Zunge des Mannes mit Speichel; danach blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu dem Taubstummen: Effata!, das heißt: Öffne dich!" Mk 7 32-34
   
Er blickte auf zum Himmel, um zu lehren, daß dort die Stummen die Sprache, die Tauben das Gehör, und alle Kranken das Heil suchen sollen. Und Er seufzte, nicht weil Er es notwendig gehabt hätte, durch Seufzer etwas vom Vater zu erbitten, Er, der mit dem Vater zusammen den Bittenden alles gewährt; Er tat es, damit Er uns ein Beispiel gebe, wie wir mit Seufzern für unsere und auch für die Fehler unserer Nächsten den Schutz und die Gnade des Himmels erflehen sollen. (Beda)

Quelle: Catena Aurea

"Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen." Mk 7, 8

"Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen." Mk 7, 8
    
Die geistlichen Worte der Propheten verstanden sie in einem fleischlichen Sinn: Mit den Worten "Wascht euch, reinigt euch!" (Jes 1,16) und "Haltet euch rein, denn ihr tragt die Geräte des Herrn" (Jes 52,1) ... Die aber, die an dem Brot, das vom Himmel herabkommt, teilhaben wollen, müssen ihr Tun reinigen, indem sie oft Almosen geben, Buße tun und weitere Früchte der Gerechtigkeit hervorbringen. Und den Schmutz, mit dem man durch die Aufgaben und Sorgen in der Welt in Kontakt kommt, muß man dadurch wieder abwaschen, daß man beharrlich Gutes denkt und Gutes tut. Es ist also umsonst, wenn die Juden ihre Hände waschen und sich selber waschen, wenn sie vom Markt kommen, solange sie sich nicht an der Quelle, die der Heiland ist, rein waschen wollen: nutzlos ist es, sich an die Reinigung für die Gefäße zu halten, wenn man dabei vergißt, den Schmutz von seinem Leib und seinem Herzen abzuwaschen. (Beda, In Marc.)

Quelle: Catena Aurea