„Wir glauben nicht an Gott, weil wir ihn brauchen, sondern weil er uns liebt“, Kardinal Gerhard Ludwig Müller

Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!

"Er richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt? Sie antwortete: Keiner, Herr. Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!" Joh 8, 10/11

Also hat auch der Herr verurteilt, aber die Sünde, nicht den Menschen. Denn wenn er der Urheber der Sünde wäre, würde er sagen: Geh und lebe wie du willst; was meine Lossprechung angeht, sei unbesorgt: Ich werde dich lossprechen, wieviel auch immer du sündigst, auch von der Hölle und ihren Qualen. Das hat er nicht gesagt. Es mögen sich also anstrengen, die am Herrn die Barmherzigkeit lieben, und die Wahrheit fürchten: Denn gut und gerecht ist der Herr (Ps 25,8).

(Augustinus, In Ioannem, tract. 33)

Quelle: Catena Aurea

Das verlorenene Schaf

"Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern, und wenn er nach Hause kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir; ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war." Lk 15, 5/6

Er legt das Schaf auf seine Schultern, weil er durch die Annahme der menschlichen Natur unsere Sünden getragen hat. Als er das Schaf gefunden hat, geht er zum Haus zurück, denn unser Hirte kehrte nach der Erlösung des Menschen ins himmlische Reich zurück. (Gregor von Nyssa)

Und es ist zu bemerken, daß er nicht sagt: Freut euch mit dem gefundenen Schaf! sondern: Freut euch mit mir! Denn offenbar macht es ihn froh, wenn wir leben. Und wenn wir zum Himmel zurückgeführt werden, ist seine festliche Freude vollkommen. (Gregor der Große)

Quelle: Catena Aurea

Ich bin der Weg

"Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin die gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich." Joh 14, 5/6 (aus dem Evangelium zur Pfarreineugründung)

Jeder Mensch kennt die Wahrheit und das Leben; aber den Weg findet nicht jeder. Daß Gott in gewisser Weise ewiges Leben und erkennbare Wahrheit ist, habe auch die Philosophen dieser Welt erkannt. Das Wort Gottes also, das beim Vater Wahrheit und Leben ist, ist für uns der Weg geworden, indem es das Menschsein annahm. Gehe durch den Menschen, und du wirst zu Gott gelangen. (Augustinus)

Quelle: Catena Aurea

"Aschermittwoch"

"Am Aschermittwoch ist alles vorbei, die Schwüre von Treue, sie brechen entzwei..."  Wer kennt ihn nicht, diesen Karnevalsong von Jupp Schmitz?!

Wenn Gott diese Zeilen am Beginn der Fastenzeit hört, wird er sicherlich zu uns Menschen sagen:

"Das stimmt nicht! Nichts ist vorbei, es geht weiter! Jetzt geht es in ganz besonderer Weise weiter!"

Und weiter:

"Die Treue, die ich dir/ euch geschworen habe, bleibt immer bestehen. Bei mir selbst habe ich euch zugeschworen: Ich bin (und bleibe) bei euch!"

So möchte ich uns zurufen und wünschen: "Ab Aschermittwoch lasst uns mit Gott weitermachen, lasst uns ihm neu die Treue schwören! Lasst uns gen Ostern aufbrechen!"

L. M. Kauder