„Wir glauben nicht an Gott, weil wir ihn brauchen, sondern weil er uns liebt“, Kardinal Gerhard Ludwig Müller

Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon

Lesungen zum 25. Sonntag im Jahreskreis: Am 8,4-7;Ps 113,1-2.4-5.6-7.8-9;1 Tim 2,1-8;Lk 16,1-13

 

Mammon ist ein Begriff phönizischer Herkunft, der wirtschaftliche Sicherheit und Erfolg in den Geschäften wachruft; wir könnten sagen, daß im Reichtum das Götzenbild angezeigt ist, dem alles geopfert wird, nur um den eigenen materiellen Erfolg zu erreichen, und so wird dieser wirtschaftliche Erfolg zum wahren Gott eines Menschen. Es ist also eine Grundentscheidung zwischen Gott und dem Mammon notwendig – es ist die Entscheidung zwischen der Logik des Profits als letztes Kriterium unseres Handelns und der Logik des Teilens und der Solidarität notwendig. Wenn die Logik des Profits die Oberhand gewinnt, so vermehrt sie das Mißverhältnis zwischen Reich und Arm sowie die zerstörerische Ausbeutung des Planeten. Wenn hingegen die Logik des Teilens und der Solidarität überwiegt, ist es möglich, den Kurs zu korrigieren und ihn auf eine gerechte Entwicklung auszurichten, zum gemeinsamen Wohl aller. Im Grunde handelt es sich um die Entscheidung zwischen dem Egoismus und der Liebe, zwischen der Gerechtigkeit und der Unehrlichkeit, schließlich zwischen Gott und Satan. Wenn die Liebe zu Christus und den Brüdern nicht als etwas Nebensächliches und Oberflächliches angesehen wird, sondern vielmehr als der wahre und letzte Zweck unserer ganzen Existenz, muß man es verstehen, Grundsatzentscheidungen zu fällen, bereit zu sein zu radikalen Verzichten, wenn notwendig bis hin zum Martyrium. Heute wie gestern erfordert das Leben des Christen den Mut, gegen den Strom zu schwimmen, wie Jesus zu lieben, der bis zum Opfer seiner selbst am Kreuz gegangen ist.

Benedikt XVI 23. September 2007, Auszug aus einer Predigt

Du liegst Gott am Herzen

Lesungen zum 24. Sonntag im Jahreskreis: Ex 32,7-11.13-14;Ps 51,3-4.12-13.17 u. 19;1 Tim 1,12-17;Lk 15,1-32

Im ersten Gleichnis sagt er: »Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Wüste zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet?« (V. 4). Wenn einer von euch…? Ein vernünftiger Mensch tut das nicht: Er rechnet schnell nach und opfert das eine, um die neunundneunzig zu behalten. Gott hingegen gibt nicht auf. Gerade du, der du die Schönheit seiner Liebe noch nicht kennst, liegst ihm am Herzen; du, der du Jesus noch nicht in die Mitte deines Lebens aufgenommen hast; du, der du deine Sünde nicht zu überwinden vermagst; du, der du vielleicht aufgrund der schlimmen Dinge, die in deinem Leben geschehen sind, nicht an die Liebe glaubst.

Franziskus, Angelus 15.09.2019

Das wahre Gut liegt darin, ihm nahe zu sein.

Lesungen zum 22. Sonntag im Jahreskreis: Sir 3,17-18.20.28-29;Ps 68,4-5b.6-7.10-11;Hebr 12,18-19.22-24a;Lk 14,1.7-14

Am Schluß des Gleichnisses gibt Jesus dem führenden Pharisäer den Rat, an seinen Tisch nicht die Freunde, Verwandten oder reichen Nachbarn zu laden, sondern die Armen und Ausgegrenzten, die es nicht vergelten können (vgl. Lk 14,13–14), damit das Geschenk unentgeltlich sei. Den wahren Lohn wird nämlich am Ende Gott geben, denn »Gott regiert die Welt… Wir dienen ihm nur, soweit wir können und er uns die Kraft dazu gibt« (Deus caritas est, 35). Erneut also schauen wir auf Christus als Vorbild der Demut und Unentgeltlichkeit: Von ihm lernen wir die Geduld in den Versuchungen, die Milde in den Beleidigungen, den Gehorsam gegenüber Gott im Leiden, in der Erwartung, daß der, der uns eingeladen hat, zu uns sagt: »Mein Freund, rück weiter hinauf!« (Lk 14,10); denn das wahre Gut liegt darin, ihm nahe zu sein.

Benedikt XVI Angelus am 29.08.2010

Durch die Begegnung mit Christus befreit

„Liebe Brüder und Schwestern, die Kirche schaut auf diese beiden Giganten des Glaubens und sieht zwei Apostel, die die Kraft des Evangeliums nur deshalb in der Welt freisetzen konnten, weil sie zuvor durch die Begegnung mit Christus befreit worden waren. …

Peter und Paul erscheinen Kaiser Konstatin im Traum (byzantinisches Fresko in der Kapelle San Silvestro im Kloster Santi Quattro Coronati Rom)

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Fronleichnam: "Das Sakrament der Liebe Christi muss das ganze alltägliche Leben durchdringen"

"Wird nämlich die ganze Beziehung mit dem eucharistischen Jesus allein auf den Augenblick der heiligen Messe konzentriert, läuft man Gefahr, den Rest der Lebenszeit und des Lebensraumes seiner Gegenwart zu entleeren. Und so wird der Sinn der beständigen Gegenwart Jesu mitten unter uns und mit uns weniger wahrgenommen, eine konkrete, nahe Gegenwart inmitten unserer Häuser, als »pulsierendes Herz« der Stadt, des Landes, des Gebiets mit seinen verschiedenen Ausdrucksformen und Tätigkeiten. Das Sakrament der Liebe Christi muss das ganze alltägliche Leben durchdringen."

Benedikt XVI, Basilika St. Johann im Lateran, Donnerstag, 7. Juni 2012