„Wir glauben nicht an Gott, weil wir ihn brauchen, sondern weil er uns liebt“, Kardinal Gerhard Ludwig Müller
Lesungen vom 4. Ostersonntag: Apg 2,14a.36-41; Ps 23,1-3.4.5.6; 1 Petr 2,20b-25; Joh 10,1-10
„Der vierte Sonntag der Osterzeit, den wir heute feiern, ist Jesus, dem Guten Hirten, gewidmet. Das Evangelium sagt: »Die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen« (Joh 10,3).
Der Herr ruft uns beim Namen, er ruft uns, weil er uns liebt. Aber das Evangelium sagt auch, dass es noch andere Stimmen gibt, denen man nicht folgen sollte: die Stimme von Fremden, Dieben und Räubern, die den Schafen Böses wollen. Diese verschiedenen Stimmen erklingen in uns. Es gibt die Stimme Gottes, die freundlich zum Gewissen spricht, und es gibt die verführerische Stimme, die zum Bösen verführt. Wie können wir die Stimme des guten Hirten und die des Räubers erkennen?
Lesungen zum 3. Ostersonntag: Apg 2,14.22b-33; Ps 16,1-2 u. 5.7-8.9-10; 1 Petr 1,17-21; Lk 24,13-35

Rembrandt van Rijn Abendmahl in Emmaus (Ausschnitt)
„Auf unseren Wegen wird der auferstandene Jesus zum Weggefährten, um in unseren Herzen die Wärme des Glaubens und der Hoffnung zu entfachen und das Brot des ewigen Lebens zu brechen. Im Gespräch der Jünger mit dem unbekannten Wegbegleiter beeindruckt das Wort, das der Evangelist Lukas einem von ihnen in den Mund legt: »Wir aber hatten gehofft…« (24,21). Dieses Wort in der Vergangenheitsform sagt alles: Wir haben geglaubt, wir sind nachgefolgt, wir haben gehofft…, aber nun ist alles vorbei.
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Lesungen vom 2. Ostersonntag: Apg 2,42-47; Ps 118.2 u. 4.14-15.22-23.24 u. 28; 1 Petr 1,3-9; Joh 20,19-31
„Thomas ist in Wirklichkeit nicht der Einzige, dem es schwerfällt zu glauben, sondern er steht ein wenig für uns alle. …
Denken wir über diese Geschehnisse nach. Um zu glauben, braucht Thomas ein außergewöhnliches Zeichen. Er muss die Wunden berühren. Jesus zeigt sie ihm, aber auf eine gewöhnliche Art und Weise, indem er vor alle tritt, in der Gemeinschaft, nicht außerhalb. Als wolle er ihm sagen: Wenn du mir begegnen willst, dann such nicht in der Ferne, bleib in der Gemeinschaft, bei den anderen; und geh nicht weg, bete mit ihnen, brich das Brot mit ihnen. Und das sagt er auch uns. Dort wirst du mich finden können, dort werde ich dir die Zeichen der Wunden zeigen, die meinem Leib eingeprägt sind: die Zeichen der Liebe, die stärker ist als der Hass; der Vergebung, die die Rache entwaffnet; die Zeichen des Lebens, das den Tod besiegt. Dort, in der Gemeinschaft, wirst du mein Antlitz entdecken, wenn du Momente des Zweifels und der Angst mit deinen Brüdern und Schwestern teilst und dich noch stärker an ihnen festhältst. Ohne Gemeinschaft ist es schwierig, Jesus zu finden.“
PAPST FRANZISKUS, aus dem REGINA CAELI vom Sonntag, 16. April 2023
Lesungen vom Ostersonntag: Apg 10,34a.37-43; Ps 118; Kol 3,1-4; Joh 20,1-9 und vom Ostermontag: Apg 2,14.22b-33; Ps 89,2-3.4-5; 1 Kor 15,1-8.11; Lk 24,13-35

Auferstehung Jesu Wandteppich in den vatikanischen Museen
„Die Auferstehung des Herrn besiegelt die Erneuerung unseres Menschseins. Christus hat den durch unsere Sünde verursachten Tod besiegt und führt uns zum unsterblichen Leben zurück. Aus diesem Ereignis gehen das ganze Leben der Kirche und die Existenz der Christen hervor. …
Wie können wir dem Herrn begegnen und immer mehr zu seinen wahren Zeugen werden? Der hl. Maximus von Turin sagt: »Jeder, der den Heiland erreichen will, muß ihn als erstes mit dem eigenen Glauben zur Rechten der Gottheit setzen und ihn mit der Überzeugung des Herzens in den Himmel stellen« das heißt: Er muß lernen, ständig den Blick des Geistes und des Herzens auf die Höhe Gottes zu richten, zu der Christus auferstanden ist. Im Gebet, in der Anbetung also begegnet Gott dem Menschen. … Nur wenn wir es verstehen, uns an Gott zu wenden, zu ihm zu beten, können wir den tiefen Sinn unseres Lebens entdecken, und der alltägliche Weg wird vom Licht des Auferstandenen erhellt.“
BENEDIKT XVI. aus dem REGINA CÆLI vom Ostermontag, 25. April 2011
Lesungen zum Palmsonntag: Jes 50,4-7;Ps 22,8-9.17-18.19-20.23-24;Phil 2,6-11;Mt 26,14 - 27,66

Kalkmalerei in einer Dorfkirche auf Moen (DK)
Und dieser Jesus, der die Hosannarufe annimmt, obschon er wohl um das ihm bevorstehende „Ans Kreuz mit ihm!“ weiß, verlangt von uns nicht, ihn bloß auf Gemälden und Fotografien oder in den Videos im Internet zu betrachten. Nein. Er ist in vielen unserer Brüder und Schwestern gegenwärtig, die heute, ja heute Leiden wie er ertragen: Sie leiden unter Sklavenarbeit, unter familiären Dramen, unter Krankheiten … Sie leiden aufgrund von Kriegen und Terrorismus, aufgrund von Interessen, welche die Waffen in Bewegung setzen und sie zuschlagen lassen. Betrogene Männer und Frauen, die in ihrer Würde verletzt und „weggeworfen“ wurden … Jesus ist in ihnen, in jedem von ihnen, und mit jenem entstellten Antlitz oder mit jener gebrochenen Stimme bittet er darum, angesehen zu werden, anerkannt, geliebt zu werden.
Um Jesus treu zu folgen, bitten wir um die Gnade, dies nicht mit Worten, sondern mit Taten zu tun und unser Kreuz geduldig zu ertragen: es nicht abzulehnen oder von uns zu werfen, sondern mit Blick auf ihn es anzunehmen und Tag für Tag zu tragen.