Bekennt euch zu ihm vor allen Völkern, ihr Kinder Israels; denn er selbst hat uns unter die Völker zerstreut. Tob 13, 3

Warum schweigst du und tust nichts für mich?

Lesungen zum 12. Sonntag im Jahreskreis: Ijob 38,1.8-11;Ps 107,23-24.26-27.28-29.30-31;2 Kor 5,14-17;Mk 4,35-41

„Heute können wir uns fragen: Was sind die Stürme, die meinem Leben entgegenschlagen? Was sind die Wellen, die meinen Kurs behindern und mein spirituelles Leben, mein Familienleben, aber auch mein psychisches Leben gefährden? Sagen wir das alles Jesus, erzählen wir ihm alles. Er wünscht es, er möchte, dass wir uns an ihn klammern, um Schutz vor den Flutwellen des Lebens zu finden. Das Evangelium berichtet uns, dass die Jünger zu Jesus gehen, ihn aufwecken und mit ihm sprechen (vgl. V. 38). Das ist der Anfang unseres Glaubens: zu erkennen, dass wir aus eigener Kraft nicht in der Lage sind, uns über Wasser zu halten, dass wir Jesus brauchen wie die Seeleute die Sterne, um den Kurs zu finden. Der Glaube beginnt mit der Überzeugung, dass wir uns selbst nicht genug sind, mit dem Gefühl, dass wir Gott brauchen. Wenn wir die Versuchung überwinden, uns in uns selbst zu verschließen, wenn wir die falsche Religiosität überwinden, die Gott nicht stören will, wenn wir zu ihm schreien, dann kann er Wunder in uns wirken. Es ist die sanfte und außergewöhnliche Kraft des Gebets, die Wunder wirkt.“

PAPST FRANZISKUS aus dem ANGELUS vom 20. Juni 2021