"Man darf nicht einfach aufgeben, das Evangelium zu verkündigen." Benedikt XVI.
Lesungen zum Fest der Taufe des Herrn: Jes 42,5a.1-4.6-7; Ps 29,1-2.3ac-4.3b.9b-10; Apg 10,34-38; Mt 3,13-17

Taufe Jesu, Gemälde im Petersdom
"Der Sinn des Kirchenjahres überhaupt ist gar kein anderer, als uns immer wieder neu aus unserer Vergesslichkeit und dem Dunkel unseres Alltags heraus an diese Spuren Gottes heranzuführen, die einmal für immer in die Geschichte eingebrannt sind, damit unser Herz wieder aufgeht damit wir sie sehen und davon Wegweisung empfangen. Wenn die beiden ersten Feste - Weihnachten und Epiphanie - hauptsächlich diesem Sehend-Werden, dem Aufgehen von Auge und Herz dienen, so führt das heutige Fest der Taufe Jesu hinein in den Alltag des Jahres. Denn durch die Taufe Jesu hat Jesus sich ja uns verbunden, sie ist gleichsam die Brücke, die er zwischen sich und uns gebaut hat, der Weg, auf dem er uns zugänglich wird.
So erinnert die Taufe Jesu vor allen Dingen an unsere eigene Taufe und fragt uns was in unserem Leben mit diesem herein treten Gottes in meine persönliche Existenz geworden ist fragt uns, was bedeutet denn eigentlich mein getauft sein für mich?"
Joseph Ratzinger

Geburt Christi an der Marienkirche zu Pirna
„Deinetwegen also wurde der schwach, der an sich stark und mächtig ist, deinetwegen arm, der an sich reich ist. Bleibe also nicht bei dem Sichtbaren stehen, sondern erkenne, daß du erlöst bist: Herr Jesus, mehr verdanke ich deiner Entäußerung und deinen Leiden, durch die ich erlöst bin, als deinem Reichtum an Macht, durch den ich geschaffen bin, denn umsonst wären wir geboren, hätte uns nicht der Erlöser gerettet.“ (Ambrosius)
Lesungen zum 4. Advent: Jes 7,10-14; Ps 24,1-2.3-4.5-6; Röm 1,1-7; Mt 1,18-24
„Heute, am vierten und letzten Adventssonntag, stellt uns die Liturgie die Gestalt des heiligen Josef vor Augen (vgl. Mt 1,18-24). Er ist ein gerechter Mann, der in Kürze heiraten will. Wir können uns vorstellen, was er sich für die Zukunft erträumt: eine schöne Familie mit einer liebevollen Frau und vielen guten Kindern und eine menschenwürdige Arbeit: einfache und gute Träume, Träume von einfachen und guten Menschen. Plötzlich jedoch zerschellen diese Träume durch eine beunruhigende Entdeckung: Maria, seine Verlobte, erwartet ein Kind, und dieses Kind ist nicht von ihm! …
Lesungen vom 3.Adventssonntag: Jes 35,1-6b.10; Ps 146,6-7.8-9a.9b-10; Jak 5,7-10; Mt 11,2-11
„Das Evangelium dieses dritten Adventssonntags erzählt uns von Johannes dem Täufer, der seine Jünger, während er im Gefängnis sitzt, zu Jesus schickt, um ihn zu fragen: »Bist du der, der kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?« (Mt 11,4). Johannes wird, als er von den Taten Jesu erzählen hört, von Zweifeln geplagt, ob er wirklich der Messias sei oder nicht. …
Lesungen vom 2. Adventssonntag: Jes 11,1-10; Ps 72,1-2.7-8.12-13.17; Röm 15,4-9; Mt 3,1-12
Liebe Brüder und Schwestern, Johannes macht uns durch seine »allergischen Reaktionen« nachdenklich. Sind wir nicht auch manchmal ein bisschen wie diese Pharisäer? Vielleicht schauen wir von oben herab auf andere und denken, dass wir besser sind als sie, dass wir unser Leben im Griff haben, dass wir nicht täglich Gott, die Kirche, unsere Brüder und Schwestern brauchen. Wir vergessen, dass es nur einen einzigen Fall gibt, in dem es erlaubt ist, auf einen anderen herabzuschauen: wenn es notwendig ist, ihm aufzuhelfen. Das ist der einzige Fall, die anderen sind nicht erlaubt. Der Advent ist eine Zeit der Gnade, um unsere Masken abzunehmen – jeder von uns hat sie – und uns unter die Demütigen einzureihen; um uns von der Anmaßung zu befreien, uns selbst zu genügen, um hinzugehen und unsere Sünden zu bekennen, die verborgenen Sünden, und Gottes Vergebung zu empfangen, um uns bei denen zu entschuldigen, die wir gekränkt haben. So beginnt ein neues Leben. Und es gibt nur einen Weg, den der Demut. Dazu müssen wir uns von dem Gefühl der Überlegenheit, von Formalismus und Heuchelei reinigen, in den anderen Brüder und Schwestern sehen, Sünder wie wir, und in Jesus den Erlöser, der für uns kommt – nicht für die anderen, für uns –, so wie wir sind, mit unserer Armut, unserem Elend und unseren Fehlern, vor allem mit unserer Bedürftigkeit, aufgerichtet zu werden, Vergebung zu erlangen und gerettet zu werden.