„Aber es ist wesentlich...daß wir uns von Jesus führen lassen, weil er den Weg nicht nur kennt, sondern der Weg ist.“ Benedikt XVI

Der Geist erneuert uns, macht neue Geschöpfe aus uns

Lesungen zum Pfigstsonntag: Apg 2,1-11;Ps 104,1-2.24-25.29-30.31 u. 34;Gal 5,16-25;Joh 15,26-27;16,12-15

„Am Pfingsttag waren die Jünger Jesu noch orientierungslos und ängstlich. Sie hatten noch nicht den Mut, an die Öffentlichkeit zu gehen. Und auch wir ziehen es vor, wie es manchmal zu geschehen pflegt, innerhalb der schützenden Mauern unserer gewohnten Umgebung zu bleiben. Aber der Herr weiß, wie er uns erreichen und die Türen unserer Herzen öffnen kann. Er sendet den Heiligen Geist über uns, der uns einhüllt und all unsere Zögerlichkeit besiegt, unsere Abwehr überwindet, unsere falschen Sicherheiten demontiert. Der Geist macht uns zu neuen Geschöpfen, so wie er es an jenem Tag mit den Aposteln getan hat: Er erneuert uns, macht neue Geschöpfe aus uns.

Nachdem sie den Heiligen Geist empfangen hatten, waren sie nicht mehr wie vorher – er hat sie verändert –, sondern sie gingen hinaus, sie gingen ohne Furcht hinaus und begannen, Jesus zu verkünden, zu predigen, dass Jesus auferstanden ist, dass der Herr mit uns ist, und zwar so, dass jeder sie in seiner Sprache verstand. Denn der Geist ist universal, er nimmt die kulturellen Unterschiede, die Unterschiede im Denken nicht weg, nein. Er ist für alle da, aber jeder versteht ihn in seiner eigenen Kultur, in seiner eigenen Sprache. Der Heilige Geist verändert das Herz, er weitet den Blick der Jünger. Er macht sie fähig, allen die großen Werke Gottes mitzuteilen, ohne Grenzen, über die kulturellen und religiösen Grenzen hinaus, innerhalb derer sie zu denken und zu leben gewohnt waren. Die Apostel befähigt er, die anderen zu erreichen, wobei sie deren Möglichkeiten des Zuhörens und Verstehens respektieren, in der Kultur und Sprache eines jeden (V. 5-11). Mit anderen Worten: Der Heilige Geist bringt unterschiedliche Menschen miteinander in Verbindung und verwirklicht so die Einheit und Universalität der Kirche.“

PAPST FRANZISKUS aus dem REGINA CAELI Sonntag, 23. Mai 2021