"Glauben bedeutet, sich im Dunkeln an das erinnern, was man im Licht gesehen hat." Kardinal Meisner
Lesungen vom 30. Sonntag in Jahreskreis: Ex 22,20-26, 1 Thess 1,5c-10, Mt 22,34-40
„Die Liebe Gottes widerspiegeln, das ist das Entscheidende: ihn lieben, den wir nicht sehen, durch den Bruder und die Schwester, die wir sehen. Eines Tages antwortete die heilige Teresa von Kalkutta einem Journalisten, der sie fragte, ob sie sich nicht Illusionen mache, mit dem, was sie tue, die Welt zu verändern: »Ich habe nie gedacht, dass ich die Welt verändern könnte! Ich habe nur versucht, ein Tropfen reinen Wassers zu sein, in dem die Liebe Gottes leuchten kann«. So konnte sie, die so klein war, so viel Gutes tun: indem sie wie ein Tropfen die Liebe Gottes widerspiegelte. Wenn wir nun manchmal beim Anblick von ihr und anderen Heiligen denken, dass sie unnachahmliche Helden seien, sollten wir uns an diesen kleinen Tropfen erinnern: Die Liebe ist wie ein Tropfen, der so viele Dinge verändern kann. Wie aber geschieht dies? Indem man den ersten Schritt tut, immer. Manchmal ist es nicht leicht, den ersten Schritt zu tun, Dinge zu vergessen..., den ersten Schritt tun. Tun wir es!“
Lesungen vom 29. Sonntag im Jahreskreis: Jes 45,1.4-6; Ps 96,1 u. 3.4-5.7-8.9 u. 10abd; 1 Thess 1,1-5b; Mt 22,15-21
„Wir müssen Gott geben, was ihm gehört, das heißt den Leib, die Seele und unsere Willenskraft. Diejenige Goldmünze gehört dem Kaiser, die sein Bild trägt. Die Münze aber, die Gott gehört, ist der Mensch, in den das Bild Gottes eingezeichnet ist. Darum gebt euren Reichtum dem Kaiser, euer reines Gewissen aber bewahrt für Gott.“ (Hilarius)
Quelle: Catena Aurea
Lesungen vom 28. Sonntag im Jahreskreis: Jes 25,6-10a; Ps 23,1-3.4.5.6; Phil 4,12-14.19-20; Mt 22,1-14
„Fragen wir uns also: Wie reagiere ich auf die Einladungen Gottes? Welchen Raum gebe ich ihm in meinem Tag? Hängt die Qualität meines Lebens von meinen Beschäftigungen und von meiner Freizeit ab oder von meiner Liebe zum Herrn und zu meinen Brüdern und Schwestern, vor allem zu denen, die am meisten in Not sind?“
Lesungen vom 27. Sonntag im Jahreskreis: Jes 5,1-7; Ps 80,9 u. 12.13-14.15-16.19-20; Phil 4,6-9; Mt 21,33-42.44.43
„Die Dringlichkeit, mit Früchten des Guten auf den Ruf des Herrn zu antworten, der uns beruft, sein Weinberg zu werden, hilft uns zu verstehen, was da im christlichen Glauben an Neuem und Originellem ist. Er ist nicht so sehr die Summe von Geboten und moralischen Normen, sondern vor allem anderen ein Vorschlag der Liebe, den Gott durch Jesus der Menschheit gemacht hat und weiter macht. Es ist die Einladung, in diese Geschichte der Liebe einzutreten und so ein lebendiger und offener Weinberg zu werden, der reich an Früchten und Hoffnung für alle ist. Ein verschlossener Weinberg kann verwildern und wilde Trauben hervorbringen. Wir sind dazu berufen, aus dem Weinberg hinauszugehen, um uns in den Dienst der Brüder und Schwestern zu stellen, die nicht bei uns sind, um uns gegenseitig wachzurütteln und zu ermutigen, um uns zu erinnern, dass wir Weinberg des Herrn in jedem Umfeld sein müssen, auch im fernsten und beschwerlichsten.“
Lesungen vom 26.Sonntag im Jahreskreis: Ez 18,25-28; Ps 25,4-5.6-7.8-9; Phil 2,1-11; Mt 21,28-32
„Betrachten wir den Sohn, der »Ja« sagt, dann aber nicht geht. Er will den Willen des Vaters nicht tun, doch er will auch nicht diskutieren und darüber reden. Also versteckt er sich hinter einem »Ja«, hinter einer vorgetäuschten Zustimmung, die seine Faulheit verbirgt und für den Moment sein Gesicht wahrt. Er ist ein Heuchler. …