"Christus achtet nicht darauf, wie oft wie in unserem Leben straucheln, sondern wie oft wir mit seiner Hilfe wieder aufstehen." Benedikt XVI.
Lesungen zum 24. Sonntag im Jahreskreis: Sir 27,30 - 28,7;Ps 103,1-2.3-4.9-10.12-13;Röm 14,7-9;Mt 18,21-35

„In der göttlichen Haltung ist die Gerechtigkeit von Barmherzigkeit durchdrungen, während die menschliche Haltung auf die Gerechtigkeit beschränkt ist. Jesus drängt uns, uns mutig der Kraft der Vergebung zu öffnen, denn wir wissen, dass sich im Leben nicht alles durch Gerechtigkeit lösen lässt. …
Wie viel Leid, wie viel Zerrissenheit, wie viele Kriege könnten vermieden werden, wenn Vergebung und Barmherzigkeit der Stil unseres Lebens wären! Auch in der Familie, auch in der Familie: wie viele zerstrittene Familien, die nicht wissen, wie man einander verzeiht, wie viele Brüder und Schwestern, die diesen Groll in sich tragen. Es ist notwendig, die barmherzige Liebe in allen zwischenmenschlichen Beziehungen anzuwenden: zwischen Ehepartnern, zwischen Eltern und Kindern, innerhalb unserer Gemeinschaften, in der Kirche und auch in Gesellschaft und Politik.“
Lesungen vom 23. Sonntag im Jahreskreis: Ez 33,7-9; Ps 95,1-2.6-7c.7d-9; Röm 13,8-10; Mt 18,15-20
"Unser Herr mahnt uns, nicht gegenseitig über unsere Sünden hinwegzusehen. Er verlangt aber nicht, daß du nach etwas suchst, was du tadeln kannst, sondern daß du siehst, was du verbessern kannst. Wir sollen nämlich in Liebe zurechtweisen, und nicht weil wir begierig sind, dem anderen zu schaden, sondern weil wir ihn besser machen wollen. Wenn du darin nachlässig bist, dann bist du schlechter als der [den du zurechtweisen sollst]. Er hat sich, indem er Unrecht tat, selbst mit einer schweren Wunde geschlagen; und du verachtest die Verwundung deines Bruders: Wenn du schweigst, bist du schlechter als er, der zurechtgewiesen werden sollte." (Augustinus)
Lesungen vom 22. Sonntag im Jahreskreis: Jer 20,7-9; Ps 63,2.3-4.5-6.8-9; Röm 12,1-2; Mt 16,21-27
„Denn wenn einer nicht sich selbst loslassen kann, dann kann er nicht zu dem kommen, der über ihm ist. Doch wohin außerhalb unser selbst können wir gehen, wenn wir aus uns herausgehen? Und wer ist es denn, der geht, wenn einer sich selbst verläßt? Nun: der durch die Sünde gefallene Mensch ist etwas anderes als der, der er von Natur aus geschaffen war. Dann also verlassen und verleugnen wir uns selbst, wenn wir das meiden, was der alte Mensch war, und nach dem streben, wozu wir als neue Menschen berufen sind. Sich selbst verleugnet auch jeder, der sich zum Besseren wendet; er beginnt zu sein, was er nicht war, und er hört auf zu sein, was er war.“
Gregor der Große
Quelle: Catena Aurea
Lesungen zum 21.Sonntag im Jahreskreis: Jes 22,19-23;Ps 138,1-2b.2c-3.6 u. 8;Röm 11,33-36;Mt 16,13-20

Martyrium des Petrus, Wandgemälde in der Papstkapelle Sancta Sanctorum (Rom)
„Das Evangelium des heutigen Sonntags ist der berühmte – in der Erzählung des Matthäus zentrale – Abschnitt, in dem Simon im Namen der Zwölf seinen Glauben an Jesus als »den Messias, den Sohn des lebendigen Gottes« bekennt; und Jesus nennt Simon für diesen seinen Glauben »selig«, da er in ihm ein besonderes Geschenk des Vaters erkennt, und er sagt zu ihm: »Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen.«
Bleiben wir einen Moment bei diesem Aspekt, bei der Tatsache, dass Jesus dem Simon diesen neuen Namen zuweist: »Petrus«, was in der Sprache Jesu »Kefa« lautet, ein Wort, das »Fels« bedeutet. In der Bibel ist der Begriff »Fels« auf Gott bezogen. Jesus weist ihn dem Simon nicht wegen seiner Qualitäten oder menschlicher Verdienste zu, sondern aufgrund seines echten und festen Glaubens, der aus der Höhe kommt. …
Weiterlesen: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen.“
Lesungen vom 20. Sonntag im Jahreskreis: Jes 56,1.6-7;Ps 67,2-3.5-6.8; Röm 11,13-15.29-32; Mt 15,21-28
„ »Frau, dein Glaube ist groß.« Diese einfache Frau wird von Jesus als Beispiel eines tiefen Glaubens vorgestellt. Ihre Ausdauer, das Eingreifen Christi zu erbitten, ist für uns eine Ermutigung, nie den Mut zu verlieren, ja inmitten schwerster Prüfungen des Lebens nicht zu verzweifeln. Der Herr verschließt nicht die Augen vor den Bedürfnissen seiner Kinder, und wenn er manchmal für ihre Bitten unempfänglich zu sein scheint, dann geschieht es nur, um ihren Glauben zu prüfen und zu stärken.“