"Man darf nicht einfach aufgeben, das Evangelium zu verkündigen." Benedikt XVI.

Das erste Gebot

In jener Zeit ging ein Schriftgelehrter zu Jesus hin und fragte ihn: Welches Gebot ist das erste von allen? Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden. (Mk 12, 28-31)

Deswegen sagt er, es sei gleich, weil diese beiden Gebote sich wechselseitig entsprechen und bedingen: Denn wer Gott liebt, liebt auch sein Geschöpf. Sein Hauptgeschöpf aber ist der Mensch; wer Gott liebt, muß daher alle Menschen lieben; wer aber den Menschen liebt, der ihm oft Anlaß zum Ärgernis gibt, muß um so mehr den lieben, der ihm immer Wohltaten erweist, und deswegen - wegen des Zusammenhangs dieser (beiden) Gesetze - gibt es kein anderes größeres Gesetz als diese. [...] (Theophylactus)

Quelle: Catena Aurea