"Man darf nicht einfach aufgeben, das Evangelium zu verkündigen." Benedikt XVI.

„Weil er beim Vater ist, ist er immerfort bei uns.“

Lesungen zum Himmelfahrsttag; Apg 1,1-11;Ps 47,2-3.6-7.8-9;Hebr 9,24-28;10,19-23;Lk 24,46-53

„In dem Evangelium haben wir die vielleicht für das erste Zuhören erstaunliche Nachricht vernommen, dass die Jünger von der Himmelfahrt des Herrn voll großer Freude weggingen. Dies wäre unverständlich, wenn Christi Himmelfahrt ein endgültiger Abschied gewesen wäre. Dann wäre es ja so etwas wie eine Wiederholung des Kreuzes gewesen, ja eigentlich noch schlimmer, weil endgültiger. Aber Christi Himmelfahrt ist nicht Wiederholung des Kreuzes, sondern dessen endgültige Überwindung. Sie bedeutet, dass Christus endgültig aus dem Raum des Todes weggeht, uns nicht mehr genommen werden kann und nun Anteil hat an der Allgegenwart der Liebe. Er ist nicht von uns gegangen, sondern er ist wirklich da; er rührt jeden von uns an und wir können immer fort zu ihm gehen. Deswegen bezeichnet das Johannesevangelium das Gehen des Herrn als ein wirkliches Kommen. Weil er beim Vater ist, ist er immerfort bei uns.“

Joseph Ratzinger, 15.05.1980 (JRGS 14/1)