"Es muss Wärme von uns ausgehen. Den Menschen muss es in unserer Nähe wohl sein, und sie müssen fühlen, dass der Grund dazu in unserer Verbindung mit Gott liegt." Pater Rupert Mayer

Liegen lassen, um nachzufolgen

Lesungen zum 3. Sonntag im Jahreskreis: Jes 8,23b - 9,3; Ps 27,1.4.13-14; 1 Kor 1,10-13.17; Mt 4,12-23

„Das Evangelium der heutigen Liturgie (Mt  4,12-23) berichtet von der Berufung der ersten Jünger, die am See Gennesaret alles liegen lassen, um Jesus zu folgen. Einige von ihnen waren ihm dank Johannes des Täufers bereits begegnet, und Gott hatte den Samen des Glaubens in sie hineingelegt (vgl. Joh 1,35-39). Und nun kehrt Jesus zurück, um sie dort zu suchen, wo sie leben und arbeiten. Der Herr sucht uns immer, der Herr kommt immer in unsere Nähe, immer. …

Mit Jesus zusammen zu sein erfordert also den Mut, etwas zu verlassen, sich auf den Weg zu machen. Was müssen wir zurücklassen? Gewiss, unsere Laster und Sünden, die wie Anker sind, die uns am Ufer festhalten und uns daran hindern, aufs Meer hinauszufahren. Um mit dem Loslassen zu beginnen, ist es richtig, dass wir zunächst um Vergebung bitten, um Vergebung für die Dinge, die nicht gut waren: ich lasse diese Dinge hinter mir und gehe voran. Aber wir müssen auch das hinter uns lassen, was uns daran hindert, ein erfülltes Leben zu führen, wie zum Beispiel Ängste, egoistisches Kalkül, Garantien, um sicher zu gehen, indem wir auf Sparflamme leben. Und man muss auch auf die Zeit verzichten, die mit so viele Nutzlosem verschwendet wird. Wie schön ist es, all dies hinter sich zu lassen, um zum Beispiel das mühsame, aber erfüllende Risiko des Dienens zu erleben oder sich dem Gebet zu widmen, um in der Freundschaft mit dem Herrn zu wachsen.“

PAPST FRANZISKUS aus dem ANGELUS Petersplatz Sonntag, 22. Januar 2023