Bekennt euch zu ihm vor allen Völkern, ihr Kinder Israels; denn er selbst hat uns unter die Völker zerstreut. Tob 13, 3

Gott ruft uns immer wieder in seinen Weinberg

Lesungen zum 25.Sonntag im Jahreskreis: Jes 55,6-9;Ps 145,2-3.8-9.17-18;Phil 1,20ad-24.27a;Mt 20,1-16

„In dieser Erzählung zeigt uns Jesus die überraschende Art von Gottes Handeln, dargestellt durch zwei Haltungen des Gutsbesitzers: den Ruf und den Lohn.

Zunächst der Ruf. Fünfmal geht der Herr eines Weinbergs auf den Platz hinaus und ruft Männer auf, für ihn zu arbeiten: um sechs, neun, zwölf, drei und dann um fünf Uhr nachmittags … So handelt Gott auch heute: Er ruft weiterhin alle Menschen zu jeder Stunde, um sie zur Arbeit in seinem Reich einzuladen. Das ist Gottes Stil, den wir übernehmen und nachahmen sollen. … Er geht ständig hinaus, auf der Suche nach den Menschen, weil er will, dass niemand von seinem Liebesplan ausgeschlossen wird. …

Gott zahlt immer den höchsten Lohn: er bleibt nicht beim halben Lohn stehen. Er zahlt alles. Und hier versteht man, dass Jesus nicht über Arbeit und gerechten Lohn spricht – das ist ein anderes Problem –, sondern über das Reich Gottes und die Güte des himmlischen Vaters, der ständig hinausgeht, um die Menschen einzuladen, und der allen das Maximum bezahlt.“

Papst Franziskus aus dem Angelus am 20.09.2020

Gerechtigkeit und Barmherzigkeit

Lesungen zum 24. Sonntag im Jahreskreis: Sir 27,30 - 28,7;Ps 103,1-2.3-4.9-10.12-13;Röm 14,7-9;Mt 18,21-35

„In der göttlichen Haltung ist die Gerechtigkeit von Barmherzigkeit durchdrungen, während die menschliche Haltung auf die Gerechtigkeit beschränkt ist. Jesus drängt uns, uns mutig der Kraft der Vergebung zu öffnen, denn wir wissen, dass sich im Leben nicht alles durch Gerechtigkeit lösen lässt. …

Wie viel Leid, wie viel Zerrissenheit, wie viele Kriege könnten vermieden werden, wenn Vergebung und Barmherzigkeit der Stil unseres Lebens wären! Auch in der Familie, auch in der Familie: wie viele zerstrittene Familien, die nicht wissen, wie man einander verzeiht, wie viele Brüder und Schwestern, die diesen Groll in sich tragen. Es ist notwendig, die barmherzige Liebe in allen zwischenmenschlichen Beziehungen anzuwenden: zwischen Ehepartnern, zwischen Eltern und Kindern, innerhalb unserer Gemeinschaften, in der Kirche und auch in Gesellschaft und Politik.“

Franziskus, 13.09.2020

Wo zwei oder drei…

Lesungen zum 23. Sonntag im Jahreskreis: Ez 33,7-9;Ps 95,1-2.6-7c.7d-9;Röm 13,8-10;Mt 18,15-20

„Macht die Wohnung, macht das Haus zur Kirche, zur Stätte der Anwesenheit des Herrn, der gesagt hat: >>Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen<<. Wir werden spüren, dass mit dem Gebet etwas Neues und anderes in unsere Häuser einzieht: eine verwandelnde Kraft, die Frieden gibt, einen Frieden, auf den wir so lange gewartet haben.“

Joseph Ratzinger 1979 JRGS 14/3

Das eigene Kreuz auf sich nehmen

Lesungen zum 22. Sonntag im Jahreskreis: Jer 20,7-9;Ps 63,2.3-4.5-6.8-9;Röm 12,1-2;Mt 16,21-27

"... Die andere Haltung besteht darin, das eigene Kreuz auf sich zu nehmen. Es geht nicht nur darum, die täglichen Drangsale geduldig zu ertragen, sondern auch darum, diesen Teil der Anstrengung und des Leidens, das der Kampf gegen das Böse mit sich bringt, mit Glauben und Verantwortung zu tragen. Das Leben der Christen ist immer ein Kampf. Die Bibel sagt, dass das Leben des Gläubigen eine »militia«, ein (Kriegs)dienst, ist: gegen den bösen Geist kämpfen, gegen das Böse kämpfen.

So wird die Verpflichtung, »das Kreuz auf sich zu nehmen«, zur Teilhabe mit Christus an der Rettung der Welt. Dessen eingedenk sollten wir uns vergewissern, dass das Kreuz, das an der Hauswand hängt, oder das kleine Kreuz, das wir um den Hals tragen, ein Zeichen unseres Wunsches ist, uns mit Christus dabei zu vereinen, unseren Brüdern und Schwestern mit Liebe zu dienen, besonders den kleinsten und gebrechlichsten. ..."

 Franziskus aus dem Angelus vom 30. August 2020

„Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen.“

Lesungen zum 21.Sonntag im Jahreskreis: Jes 22,19-23;Ps 138,1-2b.2c-3.6 u. 8;Röm 11,33-36;Mt 16,13-20

Martyrium des Petrus, Wandgemälde in der Papstkapelle Sancta Sanctorum (Rom)

„Das Evangelium des heutigen Sonntags ist der berühmte – in der Erzählung des Matthäus zentrale – Abschnitt, in dem Simon im Namen der Zwölf seinen Glauben an Jesus als »den Messias, den Sohn des lebendigen Gottes« bekennt; und Jesus nennt Simon für diesen seinen Glauben »selig«, da er in ihm ein besonderes Geschenk des Vaters erkennt, und er sagt zu ihm: »Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen.«

Bleiben wir einen Moment bei diesem Aspekt, bei der Tatsache, dass Jesus dem Simon diesen neuen Namen zuweist: »Petrus«, was in der Sprache Jesu »Kefa« lautet, ein Wort, das »Fels« bedeutet. In der Bibel ist der Begriff »Fels« auf Gott bezogen. Jesus weist ihn dem Simon nicht wegen seiner Qualitäten oder menschlicher Verdienste zu, sondern aufgrund seines echten und festen Glaubens, der aus der Höhe kommt.  …

Weiterlesen: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen.“