"Wer glaubt, ist nie allein – im Leben nicht und auch im Sterben nicht." Benedikt XVI.
Lesungen vom 26.Sonntag im Jahreskreis: Ez 18,25-28; Ps 25,4-5.6-7.8-9; Phil 2,1-11; Mt 21,28-32
„Betrachten wir den Sohn, der »Ja« sagt, dann aber nicht geht. Er will den Willen des Vaters nicht tun, doch er will auch nicht diskutieren und darüber reden. Also versteckt er sich hinter einem »Ja«, hinter einer vorgetäuschten Zustimmung, die seine Faulheit verbirgt und für den Moment sein Gesicht wahrt. Er ist ein Heuchler. …
Der andere Sohn, der zwar »Nein« sagt, aber dann doch hingeht, ist dagegen aufrichtig. Nicht perfekt, aber aufrichtig. Natürlich hätten wir gerne gesehen, dass er sofort »Ja« sagt. Das tut er nicht, aber er zeigt zumindest unverblümt und in einem gewissen Sinn mutig seinen Widerwillen. Das heißt, er übernimmt die Verantwortung für sein Verhalten und handelt in aller Offenheit. Mit dieser grundlegenden Ehrlichkeit stellt er sich am Ende selbst in Frage, erkennt, dass er einen Fehler gemacht hat, und kehrt um. …
Schauen wir nun auf uns selbst und stellen wir uns im Lichte all dessen einige Fragen. Bin ich angesichts der Mühe, ein ehrliches und großherziges Leben zu führen, mich nach dem Willen des Vaters zu richten, bereit, jeden Tag »Ja« zu sagen, auch wenn es etwas kostet? Und wenn ich es nicht kann, bin ich dann aufrichtig und setzte mich hinsichtlich meiner Schwierigkeiten, meiner Fehler, meinen Schwächen mit Gott auseinander? Und wenn ich »Nein« sage, kehre ich dann um?“