"Wenn Sie in die Welt hineinschauen, sehen Sie keinen Himmel, aber Sie sehen überall die Spuren Gottes." Benedikt XVI.

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Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege - Spruch des HERRN

Lesungen: Jes 55,6-9;Ps 145,2-3.8-9.17-18;Phil 1,20ad-24.27a;Mt 20,1-16

„Freigeben loslassen - dies geht auch uns an ist und es ist unser Auftrag, den immer größeren Gott anzunehmen, der anders ist als wir ihn uns wünschen. ‚Gottes Gedanken sind nicht unsere Gedanken und Gottes Wege nicht unsere Wege‘. Dieses ‚anders‘ Gottes zu ertragen, ist nicht nur zu ertragen, sondern Ja zu sagen zu Ihm, von Ihm uns führen zu lassen, wohin wir nicht wollen, Gott die Freiheit zu lassen, er selbst zu sein und besser zu wissen, was uns gut ist als wir selber, das ist der eigentliche Kreuzweg unseres Lebens, oft kaum zu ertragen, wenn seine Führungen ein Warum in uns wachrufen, das keine Antwort finden will. Und doch gerade indem wir dieses Warum ertragen, indem wir uns führen lassen, wohin wir nicht wollen und wo wir zunächst keinen Sinn sehen, gerade darin geschieht es, dass er uns aus unseren Wegen und unsere Gedanken heraus führt in seine Gedanken und in seine Wege und so in die Wahrheit in die wirkliche Fülle hinein“

Joseph Ratzinger, aus einer Predigt vom 07. Juli 1984 (JRGS 14/2)